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Neonazis sollen Steine auf Journalisten geschmissen haben

"Du linke Sau, wir töten dich"

Maskierte Neonazis sollen am Montagabend mitten in der Dortmunder City den Journalisten Marcus Arndt mit Steinen beworfen und mit dem Tod bedroht haben. Dabei wurde der 43-jährige Dortmunder leicht verletzt. Polizei-Chef Gregor Lange macht den Fall zur Chefsache.

DORTMUND

, 10.03.2015 / Lesedauer: 3 min

Aktualisierung 18.38 Uhr:

Wir haben mit Marcus Arndt gesprochen. Der Fotojournalist spricht im Gegensatz zur Polizei von drei Angreifern, nicht zwei. Wie diese Differenz zustande kommt, ist unbekannt.

Die Neonazis hätten ihn seit der Kampstraße verfolgt und ihn schließlich im kleinen Park hinter dem alten Museum Ostwall an der Viktoriastraße angegriffen - mit den Worten "Du linke Sau, wir töten dich". 

Zuvor war Arndt, der seit 20 Jahren die rechte Szene dokumentiert, bei der Neonazi-Demo in Derne unterwegs gewesen. 

Aktualisierung 13.27 Uhr:

Nach Informationen unserer Redaktion handelt es sich bei dem Opfer definitiv um den Dortmunder Journalisten Marcus Arndt. Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange hat die Ermittlungen rund um den Angriff mittlerweile zur Chefsache gemacht.  Er hat ihnen laut einer Pressemitteilung der Polizei "oberste Priorität" gegeben und zwölf weitere "erfahrene Ermittler" auf den Fall angesetzt, die die Sonderkommission unterstützen sollen. "Die Leiterin der Soko 'Rechts' berichtet mir regelmäßig über den Fortgang der Ermittlungen", lässt sich Lange zitieren.

Die Polizei geht derzeit von einem rechtsextremen Hintergrund der Tat aus. Der Angriff stehe "im Gesamtzusammenhang der fortgesetzten Einschüchterungen und Bedrohungen von Journalisten, politisch Aktiven und anderen Dortmundern durch Rechtsextremisten in den letzten Monaten". Arndt soll nun polizeilichen Schutz bekommen. Wie diese Schutzmaßnahmen konkret aussehen, wollte die Polizei nicht sagen.

Erstmeldung 9.25 Uhr:

Laut Pressemitteilung der Polizei war der 43-Jährige am Montagabend gegen 22.05 Uhr im Bereich Viktoriastraße / Schliepstraße unterwegs. An der Stadtbahnstation "Reinoldikirche" habe er bereits das Gefühl gehabt, verfolgt zu werden. Auf dem Weg zur Viktoriastraße machte der Mann kurz Halt in einem Schnellrestaurant in der Nähe. Als er wieder auf der Straße war, bemerkte er, dass er von hinten angegangen wurde.

Zwei mit Sturmhauben maskierte Angreifer warfen Steine auf den Dortmunder und riefen Todesdrohungen. Von den Steinen wurde er am Oberkörper und am Kopf getroffen. Laut eigener Aussage zog der 43-Jährige daraufhin eine Schreckschusswaffe und richtete sie auf die Angreifer. Die Männer flüchteten, der Dortmunder alarmierte mit seinem Handy die Polizei.

So werden die Täter beschrieben:

  • männlich
  • dunkel und mit Kapuzenpullovern bekleidet
  • mit Sturmhauben maskiert

Das Opfer wurde verletzt und mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Laut Polizei musste der Mann ambulant behandelt werden. Bei dem 43-Jährigen soll es sich um den Journalisten Marcus Arndt handeln. Die Blogger von "Ruhrbarone" zitieren ihn mit den Worten: "Bereits in der U-Bahn hatte ich ein komisches Gefühl. Mir waren mehrere Personen im typischen Outfit der rechten Szene aufgefallen." Arndt schreibt seit Jahren über die Neonazi-Szene in Dortmund. Zuletzt wurde auch er mit Todesanzeigen im Internet bedroht' tag='.

Wenige Stunden zuvor war eine Neonazi-Demo in Derne' tag=' beendet worden. In der Anzeige, die der Polizei jetzt vorliegt, ist jedoch kein Zusammenhang mit der Demonstration erwähnt. Wie die Pressestelle mitteilt, ermittelt jetzt die neu eingerichtete Sonderkommission "Rechts"' tag='. Diese war erst vor wenigen Tagen vorgestellt worden. Sie bittet um Zeugenhinweise unter Tel. (0231) 1 32 74 41.

Der Überfall ereignete sich mitten in der Stadt:

 

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