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Neun von zehn Dortmunder Förderschulen sind gefährdet

Schulpolitik

Viele Dortmunder Förderschulen stehen möglicherweise vor dem Aus. Eine neue Verordnung des NRW-Schulministeriums schreibt neue Mindestgrößen für Förderschulen vor - und streicht bisherige Ausnahmen ab dem Schuljahr 2015/16. Neun von zehn Dortmunder Förderschulen haben damit zu wenig Schüler.

DORTMUND

von Von Oliver Volmerich

, 25.11.2013 / Lesedauer: 3 min
Neun von zehn Dortmunder Förderschulen sind gefährdet

Die Wilhelm-Rein-Schule in Oestrich veranstaltete am Wochenende ihren Aktionstag mit Martinsbasar. Als einzige von zehn Dortmunder Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen würde sie mit 146 Schülern die ab Sommer 2015 geltende Quote von 144 Schülern aktuell erfüllen.

Ohnehin sind die Lern-Förderschulen vom Trend zum Gemeinsamen Unterricht in Regelschulen unter dem Stichwort Inklusion mit am stärksten betroffen. Innerhalb von vier Jahren stieg die Quote der Schüler „mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen“, die keine Förderschule mehr besuchen, von 21,8 auf 41,5 Prozent im Schuljahr 2012/13, heißt es in einem Bericht der Schulverwaltung. Ein automatisches Aus für die betroffenen Schulen muss das allerdings nicht bedeuten, betont Renate Tölle. Zurzeit arbeite man intensiv an der Umsetzung der Inklusion. Dazu gehörten auch Überlegungen, Schulverbünde zu bilden sowie Schwerpunktschulen und Förderzentren einzurichten. Erfahrungen in anderen Bundesländern zeigten auch, dass man die Entwicklung des Elternwillens abwarten müsse, erklärt Renate Tölle.

Denn dort gebe es teilweise schon einen Trend zurück zur Förderschule. „Es kommt auf jeden Fall Bewegung in die Förderschul-Landschaft“, kündigt die Amtsleiterin an. Davon geht auch die Leiterin der Wilhelm-Rein-Förderschule, Barbara Winzer-Kluge aus, die Sprecherin der Förderschul-Leiter ist. „Es wird sicherlich nicht bei den bisherigen zehn Förderschulen mit Schwerpunkt Lernen bleiben“, stellt sie fest.Langfristig geht sie von vier oder fünf Standorten im Stadtgebiet aus. Man vertraue aber auf das klare Bekenntnis der Stadtspitze, auch langfristig auf ein Nebeneinander von Förderschulen und dem Gemeinsamen Unterricht zu setzen. „Viele Förderschulen leisten exzellente Arbeit“, weiß Winzer-Kluge. „Und wir werden immer Kinder haben, die eine ganz elementare Förderung brauchen.“

So sieht es auch Anke Staar als Sprecherin der Stadteltern. Schließungen werden zwar unumgänglich sein, stellt sie fest. Zur Inklusion gehöre aber, dass ein wohnortnaher Schulunterricht egal in welcher Schulform gesichert sei. „Wir werden noch lange Förderschulen anbieten“, ist denn auch Schulverwaltungsamts-Leiterin Renate Tölle überzeugt.

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