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Ordnungsamt kassiert ohne Vorwarnung fürs Schrägparken

Knöllchen-Ärger im Union-Viertel

"Eine krumme Tour" der Stadtverwaltung gegen Schrägparker beklagen die Anwohner der Paulinenstraße im Union-Viertel. Etwa 80 Knöllchen wurden dort am späten Mittwochnachmittag hinter die Windschutzscheiben der Autos geklemmt. "Das ist Abzocke", empört sich Bernd Streich-Petschke.

DORTMUND

09.12.2016
Ordnungsamt kassiert ohne Vorwarnung fürs Schrägparken

Sie verstehen die Welt nicht mehr. Die Anwohner der Paulinenstraße ärgern sich über Knöllchen für alle Schrägparker. Gestern parkten viele schon längs.

"Seit 20 Jahren wird hier schräg zwischen den Bäumen geparkt, sodass vier bis fünf Autos Platz haben. Jetzt soll dies falsch sein. Auf beiden Seiten soll nur noch längs geparkt werden, sodass jeweils nur noch zwei Autos Platz haben", sagt Anwohner Bernd Streich-Petschke. Seit 24 Jahren wohnt sein Nachbar Karl-Heinz Hennig an der Paulinenstraße. "Es gab noch nie Ärger", sagt er und verweist auf den enormen Parkdruck. "Wo", so fragt er, "sollen denn die Leute mit ihren Autos hin?" Josef H. Neumann fügt an: "Wir können unsere Autos ja nicht in Luft auflösen."

Große Aufregung unter den Anwohnern

Die Aufregung unter den Anwohnern, die Verwarngelder in Höhe von 10 und 20 Euro zahlen sollen, ist auch am Donnerstag noch groß. Zum Feierabend treffen sie sich auf der Straße. Immer wieder bilden sich neue Grüppchen, in denen auf die Stadt geschimpft wird.

Mittendrin ist immer Jasmin Petschke und sammelt Unterschriften. "Wir möchten von der Stadt Antworten auf drei Fragen: Ist eine dauerhafte Änderung der Parkweise vorgesehen? Warum wird eine jahrelang geduldete Parkweise nun so rigide bestraft? Warum wurden die Anwohner nicht mal informiert?", erklärt sie. Von jedem erhält sie ein Nicken – und eine Unterschrift.

Rechtliche Lage ist eindeutig

Rein rechtlich ist es so, dass das Parken auf Gehwegen grundsätzlich verboten ist. Beim Schrägparken werden die Gehwege an der Paulinenstraße teilweise blockiert. Deshalb gibt es dort auf einer Seite einen weiß markierten Parkstreifen, auf der anderen einen durch eine veränderte Pflasterung deutlich gemachten Streifen.

In beiden Fällen wird das Längsparken vorgegeben. Trotzdem hat sich das Schrägparken durchgesetzt. Wie Josef H. Neumann hörte, soll es ein Nachbar gewesen sein, der sich jetzt über ein zu weit auf dem Gehweg stehendes Auto bei der Stadt beklagte.

Von der Stadtverwaltung, die Auskünfte nur über ihre Pressestelle erteilt, war zu dem "Knöllchen-Regen aus heiterem Himmel" am Donnerstag bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu bekommen.

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