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Ostenhellweg leidet unter der Thier-Galerie

Dramatischer Absturz

Vor knapp einem Jahr hat die Thier-Galerie eröffnet. Die jüngste Passantenfrequenz-Zählung deutet stark darauf hin, dass sich die Kundenströme in der City seitdem verschoben haben – großer Verlierer ist der Ostenhellweg.

DORTMUND

von Von Bettina Kiwitt

, 24.07.2012
Ostenhellweg leidet unter der Thier-Galerie

Deutlich weniger los: Seit Eröffnung der Thier-Galerie gibt es weniger Passanten auf dem Ostenhellweg.

Der Ostenhellweg gehörte im Jahr 2004 mit bis zu 9000 Passanten pro Stunde noch zu den 20 meistbesuchten Einkaufsstraßen Deutschlands. Bei der jüngsten Zählung waren es nur noch 4985 Passanten, Platz 47 in Deutschland, Platz 14 in Nordrhein-Westfalen. So schlechte Ergebnisse gab es seit Beginn der Zählung im Jahr 2003 nicht.

 Der Frankfurter Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle hatte am Samstag, dem 21. April 2012, von 13 bis 14 Uhr bundesweit zeitgleich die Passantenströme in 170 Einkaufsstraßen untersucht. Die durchschnittliche Passantenfrequenz zwischen 2003 und 2012 lag am Ostenhellweg bei immerhin 6501 Passanten pro Stunde.Dass sich mit Eröffnung der Thier-Galerie Kundenströme verlagert haben, ist für Thomas Rohlmann, Filialleiter bei C&A, klar. Er bleibt aber dabei: „C&A ist weiterhin zufrieden.“ Er bleibt ebenfalls dabei, dass die Thier-Galerie gut für die Stadt sei, weil sie Kunden aus dem Umland anziehe, von denen der ein oder andere auch den Weg zu C&A finde.

 Generell erkennt Rohlmann den Trend, „dass weniger Leute in die Innenstädte kommen“. Das Freizeitverhalten habe sich geändert. Und: „Das Internet ist ausgeprägter als früher eine Konkurrenz für den stationären Handel.“  C&A habe darauf schon reagiert, seine Stärken ausgebaut, etwa im Bereich der Großkonfektion oder bei der Kinderbekleidung. Außerdem eröffne C&A mittlerweile auch in Mittelzentren wie etwa Hörde Filialen.  

 Um der Thier-Galerie Paroli zu bieten, wollten vor knapp eineinhalb Jahren Geschäftsleute und Hauseigentümer am Ostenhellweg einen Verein gründen. 100.000 Euro sollte der im Jahr aufbringen, um die Einkaufsstraße attraktiver zu machen. Passiert ist seitdem so gut wie nichts.  Die Anlieger und Geschäftsleute seien nicht bereit, Geld zu geben, wenn sie nicht wüssten, was genau damit gemacht werden soll, stellt Kristian Reissig fest. Der Inhaber der Hirsch-Apotheke gehörte zu den Mitinitiatoren der Vereinsgründung. Seine Apotheke habe gute Zuwächse, aber er habe sie auch erst vor zwei Jahren übernommen. In Sachen Attraktivitätssteigerung am Ostenhellweg will er aber am Ball bleiben. Unterstützung habe er noch von Hauseigentümer Joachim Kesting. Ob das Duo in nächster Zeit etwas bewegen kann, bleibt abzuwarten.  

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