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Phoenix-Halle: Ausstellung zu elektromagnetischen Wellen

DORTMUND Hörbare Kosmosstrahlung, Lichtlinien im Nebel und Wasserspiele aus Wetterdaten: Ab Samstag zeigt eine Ausstellung in der Phoenix-Halle 30 Medienkunst-Arbeiten zum Thema elektromagnetische Wellen.

von dpa

, 08.05.2008 / Lesedauer: 3 min
Phoenix-Halle: Ausstellung zu elektromagnetischen Wellen

Der Lette Voldemars Johansons erzeugt vergängliche Wellenskulpturen auf der Wasseroberfläche, die durch Schall erzeugt werden.

Unter dem Titel „Waves - The Art of Electromagnetic Society“ beschäftigt sie sich mit den ästhetischen und gesellschaftlichen Potenzialen der Wellen, wie der Hartware Medienkunstverein (HMKV) am Donnerstag mitteilte. Die Arbeiten von 35 Künstlern aus 15 Ländern sollen dem Publikum dabei Anstöße geben, die eigene elektromagnetische Umwelt zu erforschen und besser zu verstehen. Die Schau in einer alten Lagerhalle eines stillgelegten Stahlwerks endet am 29. Juni.

 „Wir wollen die Bedeutung der Wellen für die Gesellschaft zeigen“, sagte Kurator Armin Medosch. „Wir sind schon seit über 100 Jahren eine elektromagnetische Gesellschaft.“ Voldemars Johansons aus Lettland etwa zeigt seine Audio-Installation „Aero Torrents“, bei der meteorologische Daten von heftigen Stürmen der letzten Jahre in Schallwellen umsetzt werden.

Hörbare Schwingungen live aus dem Weltall

Die Wellen wiederum erzeugen in zwei Wasserbecken verschiedene gleichmäßige Muster. „Hydrogen“ heißt ein mannshoher Spielwürfel des Österreichers Franz Xaver, aus dem ein dumpfes Grollen tönt - in hörbare Schwingungen umgesetzte kosmische Hintergrundstrahlung quasi live aus dem Weltall. Das Signal empfängt der Künstler mit einem selbstgebauten Radioteleskop.

Jonah Brucker-Cohen aus den USA nimmt die drahtlosen Funknetze, die sogenannten WLANs, ins Visier. Er hat zwei Geräte mit gegensätzlichen Eigenschaften entwickelt. Ein „Wifi-Hog“ wirft aus einem offenen Funknetz alle Teilnehmer bis auf den Benutzer selbst raus. Ein „Wifi-Liberator“ macht das Gegenteil und öffnet angeblich den Zugang zu geschlossenen Funknetzen und macht sie für alle kostenlos nutzbar.

Einen Ableger hat die Ausstellung in der Dortmunder Innenstadt: Dort installiert der österreichische Künstler Udo Wid einen „Entschleunigungspunkt“ in der Erde, einen Sender, der ein solarbetriebenes Signal mit einer Frequenz von acht Hertz aussendet. Der Punkt sei ein „homöopathischer Beitrag zu einer entschleunigten Welt“, hieß es. Der Sender ist bereits der vierte in Europa.

Für die Ausstellung, die im Rahmen des landesweiten Kulturfestivals „scene:österreich“ gezeigt wird, arbeitet der HMKV mit Festival Ars Electronica in Linz und dem Medienkunstzentrum RIXC im lettischen Riga zusammen. Sie soll im kommenden Jahr in Linz zu sehen sein.

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