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Politiker schießt gegen die Feuerwehr

Sicherheitswahn?

Die Feuerwehr erhitzt die Gemüter: Weil kurz vor dem Erntedankfest in Hörde eingereichte Sicherheitsbedenken beinahe zur Absage eines Marktes mit anschließenden Regressforderungen an die Stadt geführt haben, schlagen Politiker jetzt Alarm.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 11.10.2012 / Lesedauer: 2 min
Politiker schießt gegen die Feuerwehr

Der Hansemarkt in der Kleppingstraße.

Hördes Bezirksbürgermeister Manfred Renno weist auf ein für ganz Dortmund relevantes Problem hin: „Betroffen sind nicht nur die erfolgreichen Traditions-Termine in allen Stadtbezirken, sondern sämtliche Siedler- und Straßenfeste“, so Renno.

 Das Hörder Stadtbezirksmarketing und die Einzelhändler aus dem Zentrum hatten ganze zehn Wochen vor dem beliebten Erntemarkt in der Altstadt einen Antrag mit Plänen und Nachweisen eingereicht – kurz vor der offiziellen Eröffnung an einem Samstag forderte ein Feuerwehrbeamter die Veranstalter auf, sämtliche Verkaufsstände aus der Hermannstraße zu streichen.Die Hermannstraße, eine Fußgängerzone, ist die wichtigste Straße im Hörder Zentrum. Sie verbindet sämtliche Seitenstraßen. Durchsetzen konnte sich die Feuerwehr so kurzfristig nicht. Ihr Chef Dirk Aschenbrenner hatte in dieser Woche angekündigt, dass die Brandschützer in den Genehmigungsverfahren bislang „beide Augen zugedrückt“ hätten. Fest-Veranstalter müssten sich in Zukunft darauf einstellen, von Gewohnheiten abzulassen.

Der Grund dafür ist nicht einfach von der Hand zu weisen: Die Feuerwehr muss in Notfällen an Häuser „anleitern“ können, um Personen aus Notlagen wie einem Feuer befreien zu können. Verkaufsstände können da im Weg stehen – beide Seiten halten also ein heißes Eisen in der Hand.  „Wenn das so ist, dann müssen die Vorgänger des jetzigen Amtsleiters bei Genehmigungen in den letzten Jahren grob fahrlässig gehandelt haben. Und dann wird es in Zukunft in Hörde eben kein Stadtfest mehr geben“, so Renno.

 Der Bezirksbürgermeister nennt ein weiteres Beispiel, wo die Feuerwehr ihre Ermessenspielräume eng auslege: „Das Planungsamt hat eine neue Architektur für unsere Hermannstraße vorgelegt. Darin waren acht Bäume eingezeichnet. Nachdem die Feuerwehr die Pläne erhalten hat, sind nur noch drei Bäume da“. Renno macht sich jetzt Sorgen um die Umwelt im Stadtbezirk: „Wenn die durch Hörde fahren, haben wir bald keine Bäume mehr.“ Renno hat Oberbürgermeister Ullrich Sierau eingeschaltet.

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