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Profi-Detektiv auf der Jagd nach Müll-Sündern

EDG rüstet auf

Ein Müll-Agent im Einsatz: Die Entsorgung Dortmund (EDG) will einen Profi-Detektiv auf Nacht- und Nebelkipper („Nunkis“) ansetzen. Der Ermittler soll der Stadt-Tochter beim Sparen helfen. Der Mann ist bereits testweise in geheimer Mission unterwegs.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 14.10.2013 / Lesedauer: 3 min
Profi-Detektiv auf der Jagd nach Müll-Sündern

Dieses Foto ist gestellt. Der echte Müll-Detektiv ist unauffälliger unterwegs.

Strafen drohen
Einen erwischten Nacht- und Nebelkipper meldet die EDG dem Umweltamt. In 130 Fällen pro Jahr verhängt die Stadt eine Geldbuße, die zwischen 50 Euro (ein Abfallsack) und 2000 Euro (eine komplette Küche) schwankt. In schweren Fällen kann die Stadt sogar eine Geldbuße über 100 000 Euro verhängen, zum Beispiel für 10 000 Kubikmeter Bauschutt in der Natur. Hinzu kommen die Kosten der EDG.

So hohe Produktionskosten will die EDG im täglichen Müll-Krimi jetzt senken. Hauptdarsteller ist seit Anfang Oktober ein im Verborgenen arbeitender Privatdetektiv, der sich auch am frühen Morgen und in den späten Abendstunden an fünf eingespielten „Drehorten“ auf die Lauer legt, um den Nunkis auf die Schliche zu kommen. Der „Müll-Bond“ observiert jene illegalen Müllkippen, die der EDG schon lange nicht mehr lieb, aber doch sehr teuer sind: Es gibt von diesen Nunkis bevorzugte Containerstandorte und Felder und Wiesen in Dortmund, an denen sie immer wieder Sperrmüll, Abfallsäcke, Bauschutt und anderen Unrat ablegen.Die meisten fahren mit dem PKW vor. Abholen muss die EDG das Zeug mit dem LKW. Welche Standorte das sind, will das Entsorgungsunternehmen nicht verraten. Denn die Täter sollen ins Grübeln geraten und sich fortan unwohl fühlen.

Die Umweltsünder kommen meist in der Dunkelheit und fühlen sich unbeobachtet. Verdeckt aufgestellte Videokameras sollen PKW-Kennzeichen erfassen und die Tat und Täter filmen.  Anders als der Film-Bond in Ian Flemings legendären Romanen soll der Müll-Bond zum glücklichen Ende keine schönen Frauen verführen und auch nicht als der Mann mit dem goldenen Colt in tödlicher Mission wild um sich schießen, sondern heimlich Beweise sichern.Das funktioniert mit auch im Dunkeln tauglicher Kameratechnik und sicherem Gespür beim Wühlen in Müllsäcken – der Detektiv soll ein Auge fürs Illegale haben und Spuren präzise zurückverfolgen können. Zu diesen verräterischen Spuren gehören Adressaufkleber auf Zeitschriften oder Schriftstücke, die einen Hinweis auf die Identität des Nunkis geben.

Das Drehbuch sieht eine zunächst vier Wochen dauernde Probezeit vor. „In dieser Zeit wollen wir lernen, wie das System später während eines einjährigen Pilotprojektes funktionieren könnte. Wir versuchen Schwerpunkte zu erkennen und wollen erfahren, wie das Beweismaterial beschaffen sein muss“, verrät „Regisseur“ Matthias Kienitz. Den Erfolg misst die EDG an der Zahl der Strafverfahren. Wenn das Unternehmen langfristig so die Ausgaben wieder reinholen kann, erhält der Inhaber einer Privatdetektei im Geheimdienst Ihrer EDG einen 50.000-Euro-Auftrag und schickt Dortmund als reicher Mann zum „Happy End“ Liebesgrüße aus Moskau.  

Strafen drohen
Einen erwischten Nacht- und Nebelkipper meldet die EDG dem Umweltamt. In 130 Fällen pro Jahr verhängt die Stadt eine Geldbuße, die zwischen 50 Euro (ein Abfallsack) und 2000 Euro (eine komplette Küche) schwankt. In schweren Fällen kann die Stadt sogar eine Geldbuße über 100 000 Euro verhängen, zum Beispiel für 10 000 Kubikmeter Bauschutt in der Natur. Hinzu kommen die Kosten der EDG.

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