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Saatbomben explodieren in der Nordstadt

Guerilla-Gärtnern

Bio-Bomben für ein blühendes Dortmund: Die belgische Öko-Aktivistin Annemie Maes gab am Samstag eine Anleitung zum Bau von Saatbomben - und ließ sich beim anschließenden Stadtspaziergang explodieren. Guerilla-Gärtnern spielt sich in dunklen Ecken ab.

DORTMUND

von Von Heike Thelen

, 17.04.2011 / Lesedauer: 2 min
Saatbomben explodieren in der Nordstadt

Die belgische Öko-Aktivistin Annemie Maes (r.) mit Teilnehmerinnen ihres Workshops zum Saatbomben-Bau.

Die Saatbomben sind gelegt. Unter Anleitung der belgischen Aktionskünstlerin und Umwelt-Aktivistin Annemie Maes haben zehn Workshop-Teilnehmer im Rahmen des Internationalen Frauenfilmfestivals Saatbomben gebaut und in vergessene Ecken der Nordstadt gelegt. Die Bomben zünden, sobald der Regen den Ton der kleinen Saatkugeln mit gerade mal ein bis zwei Zentimetern Durchmesser ausgeschwemmt und die explosive Mischung aus Blumensamen und fruchtbarer Erde freigelegt hat.

Etwa ein bis zwei Wochen nach dem nächsten Regen, so die Schätzung von Annemie Maes, geht die Saat auf und zündet kleine Blütenfeuerwerke. Wenn die Bomben wie geplant explodieren, vernetzen sich die kleinen Blüteninseln im Idealfall zu grünen Oasen und locken mit verführerischem Duft sogar Bienen in die Stadt. Auf ihrer Fährte zwischen dem Depot an der Immermannstraße und der Kampstraße haben die Guerillagärtner in Dreckecken, Regenrinnen und auf Schotterflächen ihre Mischung gestreut, die sich in wenigen Wochen, so die Hoffnung der Aktivisten, nachverfolgen lässt.

Den Bogen zum Internationalen Frauenfilmfestival schlägt Programmkuratorin Betty Schiel: „Das Festival steht unter dem Fokus ’Was tun‘. Das Guerillagärtnern, also das Bewirtschaften von Flächen, die einem nicht gehören, bietet eine Möglichkeit, den öffentlichen Raum zu beeinflussen.  Unter den Workshop-Teilnehmern hat die Idee gezündet: „Eine gute Sache, selbst aktiv zu werden, etwas im eigenen Umfeld zu verändern, ohne auf andere oder auf Gesetze zu warten“, findet Biologielehrer Bernhard Henkel aus Bochum.

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