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Schrott-Immobilien verkauft - Angeklagte geständig

Dortmunder Landgericht

Gefälschte Mietverträge, fingierte Kontoauszüge und Gehaltsbescheinigungen, die frei erfunden waren: Jahrelang sollen drei Unternehmer aus Dortmund, Selm und Hamm mit diesen Tricks Banken hinters Licht geführt haben. Und tatsächlich: Jetzt haben die Angeklagten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft in Teilen bestätigt.

DORTMUND

28.10.2015 / Lesedauer: 2 min
Schrott-Immobilien verkauft - Angeklagte geständig

Vor dem Dortmunder Landgericht geht der Missbrauchsprozess gegen einen 33 Jahre alten Mann in die Verlängerung.

Bis dahin war es ein langer und mühsamer Weg. Seit fast 19 Monaten beschäftigt sich das Dortmunder Landgericht mit dem Fall. 50.000 Blatt Papier umfassten die Akten, die die Anklagebehörde zusammengestellt hatte. Im Mittelpunkt der Geschäfte des Trios sollen vor allem 47 Häuser am Rande der Kamener Innenstadt gestanden haben.

Zweistelliger Millionenschaden

Über ihre Firma erwarben die Angeklagten die ziemlich herunter gekommenen Immobilien, um sie später auf dem Papier in durchaus rentable Objekte zu verwandeln. Damit ließen sich zahlreiche Banken dazu verleiten, hohe Kredite zu bewilligen. In der Anklageschrift ist von einem zweistelligen Millionenschaden die Rede. 

Der Angeklagte aus Dortmund, ein 40-jähriger Geschäftsmann, fuhr nicht nur Ferrari und andere Sportwagen, er führte ganz nebenbei noch die ehemalige Diskothek „Justin’s“, die von Clubgängern in ganz Nordrhein-Westfalen überschwänglich gelobt wurde. Die Staatsanwaltschaft glaubt jedoch, dass das süße Leben des 40-jährigen Geschäftsmannes allein auf Lug und Trug aufgebaut war. 

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Fraglich ist jedoch weiterhin, wem der Millionenschaden tatsächlich entstanden ist. Nach Ansicht der Verteidigung können die kreditgebenden Banken jedenfalls nicht von sich behaupten, betrogen worden zu sein. Offenbar schafften es die Allermeisten, die sogenannten "Schrottimmobilien" gerade noch rechtzeitig wieder loszuwerden. Erst als 2008 die komplette Finanzwelt bebte, war der Schwindel nicht mehr zu übersehen.

Nach den Teilgeständnissen der Angeklagten könnte der Prozess nun schnell zu Ende gehen. In der kommenden Woche sollen noch Vertreter der Commerzbank als Zeugen gehört werden, dann aber ist der Weg für ein Urteil frei.

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