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Signal Iduna dachte über Job-Verlagerung nach

Gewerbesteuer-Erhöhung

DORTMUND Die Erhöhung der Gewerbesteuer: Signal Iduna-Chef Reinhold Schulte ärgert sich darüber. "So setzt man die Wirtschaft unter Druck." Auch das Rekordminus am Flughafen ist Schulte ein Dorn im Auge. Sein Vorschlag: "Schließen."

von Von Achim Roggendorf

, 02.02.2010
Signal Iduna dachte über Job-Verlagerung nach

Sauer auf die Politik: Signal Iduna-Chef Reinhold Schulte

Signal Iduna-Chef Reinhold Schulte hält die Erhöhung der Gewerbesteuer in Dortmund für "wettbewerbsschädigend". Das machte er jetzt in einem Gespräch deutlich. Knapp eine Millionen Euro zusätzlich pro Jahr müsse der Versicherungskonzern durch die Anhebung des Hebesatzes in Zukunft an die Stadt zahlen. "Unsere Konkurrenz wird in anderen Städten weit weniger zur Kasse gebeten." 

Schulte mahnte die heimische Politik, die "Wettbewerbssituation der Unternehmen nicht aus den Augen zu verlieren." "Vom Oberbürgermeister kann ich erwarten, dass er sich bewusst ist, was die Erhöhung der Gewerbesteuer für die Unternehmen bedeutet." Leider sei es schwierig in dieser Angelegenheit mit den Politikern ins Gespräch zu kommen.

Schulte ließ durchblicken, dass Signal Iduna auch Arbeitsplätze in andere Städte verlagern könnte. So hätten ihm zahlreiche Oberbürgermeister anderer Kommunen geschrieben, um ihren Standort anzupreisen. Statt an der Steuerschraube zu drehen, sollte die Dortmunder Stadtverwaltung besser "den Gürtel enger schnallen". Geld sparen könnte die Stadt Dortmund beispielsweise auch beim Flughafen. Schulte würde die "Startbahn Ruhrgebiet" am liebsten sofort schließen. "Seit Jahren schreibt der Airport rote Zahlen.Trotzdem soll er ausgebaut werden. Was soll das bringen?" Eine Ruine wäre dem Signal Iduna-Chef lieber als ein Faß ohne Boden. Wenn die Stadtwerke kein Geld mehr in den Flughafen stecken müssten, könnte DEW Gas und Wasser billiger anbieten.

Für Geschäftsreisende sei der Flughafen ohnehin nicht attraktiv. Es gebe kaum entsprechende Ziele. Frankfurt als wichtigstes Drehkreuz etwa werde gar nicht mehr angeflogen. Zudem reiche ein Umlauf am Tag in eine Stadt nicht aus.   "Wenn ich erst nachmittags einen Termin in einer Stadt habe, macht es keinen Sinn, schon morgens dorthin zu fliegen." Laut Schulte stimmt die Kosten-Nutzung-Rechnung am Flughafen nicht. "Unternehmen rechnen da anders. Die hätten schon längst die Bremse gezogen." 

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