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Streit um den Westpark: Runder Tisch soll helfen

Anwohner gegen Park-Nutzer

Westpark, wir müssen reden: Es geht ein mariannengrabentiefer Graben durch den Westpark, er trennt Nutzer von Anwohnern. Die einen wollen sich nicht einschränken lassen, die anderen ihre Ruhe. Ein "Runder Tisch" soll jetzt für ein bisschen Frieden sorgen. Derweil leidet der Park - besonders wegen Kronkorken.

DORTMUND

, 09.09.2016
Streit um den Westpark: Runder Tisch soll helfen

Besonders nach sonnigen Wochenenden und Festen ist der Westpark häufig vermüllt.

Eigentlich, wäre es ein Jahr wie jedes andere, müsste jetzt gerade wieder ein wenig Ruhe im Westpark einkehren. Das Gras könnte wieder ein wenig wachsen, die Kaninchen sich aus ihren Löchern trauen und die Anwohner könnten wieder mal die Fenster aufmachen. „Nachts, wenn es heiß ist, kann ich nicht die Fenster öffnen“, sagt Cornelia Scheider. Sie ist Anwohnerin und war am Donnerstagabend beim ersten „Runden Tisch Westpark“.

Dort wurde sie als „Beschwerdeführerin“ geführt, aber sie mag das Wort nicht. Sie will keine Beschwerden, sie will Ergebnisse. Da der Sommer seinen Job aber gerade im Herbst richtig ernst zu nehmen beginnt, hört sich „goldener September“  für Schneider eher nach einer Drohung denn nach Genuss an.

Kronkorken schaden den Bäumen 

„Wahnsinnig“, dieses Wort benutzt Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß fast inflationär, als er am Freitag im Rathaus über das Thema Westpark spricht. „Wahnsinnig“ belebt sei der, es werde „wahnsinnig“ viel gegrillt, denn das Freizeitverhalten habe sich „wahnsinnig“ geändert. 

Nein, statistisch seien die Besucherzahlen nie erhoben worden, die sich da so tummeln, aber zwei andere Tatsachen machen vielleicht die Dimension klar. 70.000 Euro bekommt eine Behinderteneinrichtung zwischen Mai und September, um den Park zusätzlich zu reinigen. Und: Den Bäumen geht es schlecht. Durch die Benutzung und durch Kronkorken ist der Boden des Parks derart verdichtet, dass Wasser nicht mehr eindringen kann und die Bäume leiden. „Man könne das“, sagt Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl, recht gut an den Baumkronen sehen.

Müll ist großes Problem für die Stadt

Das Tiefbauamt ist Eigentümer der Grünanlage und steht ebenfalls vor einem Dilemma: Einerseits soll etwas los sein. Andererseits leidet der Park durch seine Nutzung und das Amt hat Probleme beim Unterhalt der Fläche, Stichwort hier ist zum Beispiel das Müllproblem. Man habe sich, so Uehlendahl, im Tiefbauamt die Frage gestellt: „Wo wollen wir eigentlich hin?“

Die Anwohner wollen ihre Ruhe, die Parkbesucher möglichst wenige Restriktionen, in diesem Spannungsfeld liegt im Moment der Westpark. Alle, so Uehlendahl, werde man nicht zu 100 Prozent zufriedenstellen können.

Keine neuen Verbote

Neue Verbote sollen nicht her, man müsse die bestehenden Verbote nur auch konsequent nutzen. Vor 22 Uhr das Ordnungsamt rufen (0231 5028888), danach die Polizei. Und wer sich gestört fühlt, sagt Fuß, solle zuerst einmal die ansprechen, die stören. Frau Schneider lächelt gequält, als Fuß das sagt. Ansprechen sei recht schwer sagt sie, die, die stören, seien ja meist schon ziemlich angeschickert.

Wie jetzt die Lösungen aussehen können? Unklar, konkrete Pläne sind noch rar. Man wolle alle Beteiligten zusammenbringen, miteinander reden, so letztlich Verständnis füreinander entwickeln und gemeinsame Lösungen finden. Der nächste Schritt ist dann der zweite Runde Tisch Westpark. Wahrscheinlich am 24. November. Dann, wenn die Kaninchen sich wieder aus ihren Löchern trauen. 

Anregungen, Beschwerden oder der Wunsch, sich am nächsten Runden Tisch zu beteiligen, bitte per Mail an   

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