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Strom und Wärme dank Holz

Mit ihrer geplanten Beteiligung an dem Steinkohlekraftwerk in Hamm stößt DEW21 bei Umweltschützern auf wenig Gegenliebe. Mit einer Holzvergasungsanlage will der heimische Versorger hingegen bei den Verfechtern erneuerbarer Energien punkten.

20.11.2007

Strom und Wärme dank Holz

DEW Technik praesentiert Jahreszahlen für 2006 Dr. Ralf Karpowski 28.03.2007 Foto: Andreas Wegener/RN

Noch in diesem Jahr soll die Anlage, bei der Gas erzeugt und Holz getrocknet wird, an der DEW21-Technikzentrale "Zinkhütte" in Betrieb gehen. "Damit werden wir unabhängiger von endlichen Energieträgern und können heimisches Holz als nachwachsenden Brennstoff nutzen", erklärte DEW21-Geschäftsführer Dr. Ralf Karpowski (Foto) bei einer Fahrt zur Holzvergasungsanlage im sauerländischen Schmallenberg. Dort stand die Besichtigung einer Kundenanlage des DEW21-Partners Biomass Energiesysteme GmbH & Co. KG auf dem Programm.

Brennbares Gasgemisch

"Bei einer Holzvergasung wird Holz zur Erzeugung eines brennbaren Gasgemisches eingesetzt und in einem Blockheizkraftwerk zur Produktion von Strom und Wärme genutzt", erklärte Biomass-Geschäftsführer Dr. Thomas Wienands. Das Unternehmen, das gemeinsam mit DEW21 das innovative Projekt in Dortmund umsetzt, ist verantwortlich für die Vermarktung dieser Technologie in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Kernstück der Anlage ist der Gaserzeuger, in dem Holzhackschnitzel bei rund 700 Grad zu Holzgas umgewandelt werden. "In der Vergangenheit haben hierbei die im Holzgas enthaltenen Teere und Phenole Probleme bereitet", erläuterte Wienands. "Mit Hilfe aufwändiger Filtertechnologie haben wir hierfür heute eine Lösung gefunden." In Keramikfiltern wird das Gas bei 550 bis 600 Grad gereinigt und soweit von Teer befreit, dass die analytische Nachweisgrenze von 20 Milligramm je Kubikmeter Gas unterschritten wird.

Danach wird das Gas in einem Kühler auf ca. 30 Grad gekühlt und entfeuchtet, so dass es in einem Gasmotor-Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung genutzt werden kann. Der so erzeugte elektrische Strom wird nach den Bestimmungen des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) in das öffentliche Netz eingespeist. Damit kassiert die neu gegründete Gesellschaft DEW21bioEnergie 20 Cent pro kWh, was pro Jahr 800 000 Euro aus dem EEG bringt. 150 000 Euro gibt es außerdem für die Wärme. Auf der anderen Seite schlagen die Kosten für das Holz als dickstem Brocken mit rund 300 000 Euro zu Buche.

Die Kühlwasser- und Abgaswärme geht bei der Anlage ebenfalls nicht verloren. In Dortmund wird sie zunächst dazu genutzt, das DEW21-Betriebsgelände "Zinkhütte" an der Manteuffelstraße (Innenstadt-Ost) zu versorgen und Holzhackschnitzel zu trocknen. "Weitere Einsatzzwecke sind in Planung", sagt Karpowski. "So können mit der bereitgestellten Wärme größere Objekte, z. B. Schulen, Verwaltungsgebäude oder Schwimmbäder, kostengünstig beheizt werden." In Schmallenberg dient sie zum Beispiel in Zukunft dazu, den Wärmebedarf eines nahe gelegenen Hotels zu decken.

Rund 5000 Tonnen Frischholz soll die Anlage, die Energie CO2-frei erzeugt, jährlich verarbeiten. "In Deutschland wächst mehr Holz als geschlagen wird", beruhigt Röhricht etwaige Kritiker des Holzverbrauchs. Die Leistung der Anlage reiche aus, um den Jahresbedarf von rund 1000 Haushalten an Strom und 400 Haushalten an Wärme zu decken.

Zwei Jahre Test

3,3 Mio. investieren die Partner in die Anlage, an der DEW zu 25% beteiligt ist. Finanziert wird sie zu 45 % über Eigenkapital der Gesellschafter und zu 55% von der Dortmunder Volksbank. Deren Engagement in Sachen erneuerbare Energien findet Klaus Eugen Röhricht, Geschäftsführer von DEW21bioEnergie, "vorbildlich".

Etwa zwei Jahre will Karpowski die Anlage testen. Bewährt sie sich, sollen weitere entstehen. Wobei Röhricht überzeugt ist, dass es nicht zwei Jahre dauern wird. Er prognostizierte: "Schon nach einem halben Jahr werden Sie begeistert sein." kiwi Kommentar

Strom und Wärme dank Holz

<p>Biomass-Geschäftsführer Dr. Thomas Wienands erläuterte den Besuchern die Holzvergasungsanlage, von der man im Hintergrund rechts den Vergaser sieht. RN-Fotos (2) Kiwitt</p>

Strom und Wärme dank Holz

<p>Die getrockneten Holzschnitzel, von denen DEW-Sprecher Albert Herzmann einige auf dem Weg in den Vergaser stibitzte.</p>

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