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Trabzon in der Türkei meldet sich nicht mehr

Partnerstadt von Dortmund

Die 2014 besiegelte Städtepartnerschaft zwischen Dortmund und Trabzon war bis vor Kurzem noch lebendig - doch jetzt herrscht Funkstille von türkischer Seite. Beim Deutsch-Türkischen Länderkreis der Dortmunder Auslandsgesellschaft ist man entsetzt über die Entwicklung in der Heimat.

DORTMUND

, 02.08.2017 / Lesedauer: 3 min
Trabzon in der Türkei meldet sich nicht mehr

Trabzon ist Dortmunds Partnerstadt.

Trotz der politischen Entwicklung der Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdogan hat der Rat der Stadt noch vor gut einem Jahr nach kontroverser Diskussion entschieden, das Areal im Schatten des U-Turms an der Rheinischen Straße „Platz von Trabzon“ zu benennen – nach der neunten Partnerstadt Dortmunds. Die Städtepartnerschaft mit der Stadt am Schwarzen Meer war 2014 in Dortmund besiegelt und 2015 beim Gegenbesuch in Trabzon bestätigt worden.

Doch jetzt herrscht Funkstille in der türkischen Partnerstadt. „Die Partnerschaft besteht, aber sie ruht aktuell“, erklärte Stadtsprecher Michael Meinders auf Nachfrage. Mehr wollte er dazu nicht sagen.

Auslandsgesellschaft: "Seit einigen Wochen geht gar nichts mehr"

Klaus Wegener, Präsident der Auslandsgesellschaft NRW, ist da auskunftsfreudiger. Die Auslandsgesellschaft bemühe sich um Kontaktaufnahme, bislang aber erfolglos.

Seit Trabzon offizielle Partnerstadt von Dortmund sei, habe es einen regelmäßigen Austausch und Kontakte zwischen beiden Städten gegeben, so Wegener. Die Auslandsgesellschaft NRW sei über ihren Deutsch-Türkischen Länderkreis eingebunden gewesen. Wegener: „Seit dem Referendum in der Türkei sind diese Kontakte schon nur noch eingeschränkt möglich gewesen. Nach den Ereignissen der vergangenen Wochen geht nun gar nichts mehr.“

Anrufe und Mails in Trabzon bleiben unbeantwortet

Ein Anruf von ihm bei dem für die Auslandsgesellschaft zuständigen Stadtamt für internationale Beziehungen und Kulturförderung in Trabzon sei nicht angenommen worden. „Mails bleiben unbeantwortet. Planungen für bereits vereinbarte Austauschprogramme werden nicht weiter verfolgt“, berichtet Wegener, „man hat den Eindruck einer regelrechten Kontaktsperre.“

Laut dem Präsidenten der Auslandsgesellschaft haben beim Referendum in Trabzon 66,5 Prozent für das Erdogan-Lager gestimmt. Erdogans Familie stammt von der Schwarzmeerküste.

Deutsch-Türkischer Länderkreis verharrt in einer Schockstarre

„Man kann es nicht anders sagen, aber auch unser Deutsch-Türkischer Länderkreis verharrt in einer Schockstarre“, so Wegener, „zu groß ist das Entsetzen über die Vorgänge in der Heimat. Auch Angst ist dabei. Man lehnt sich besser nicht zu weit aus dem Fenster, da mit Repressalien gerechnet werden muss.“

Die Auslandsgesellschaft werde weiterhin den freundschaftlichen Kontakt suchen. Ihr Präsident: „Ich persönlich bin der Auffassung, dass gerade Kontakte auf kommunaler Ebene wichtig sind. Veränderungen entstehen meist im Kleinen, und die Situation in der Türkei wird nicht ewig so bleiben“.

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