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Zeugen drängen Unfallflüchtigen auf Wall ab - der zieht eine Waffe und schießt auf sie

Nach Parkplatz-Unfall

Wilde Szenen auf dem Wall: Nach einem Blechschaden auf einem Parkplatz verfolgen zwei Zeugen den Unfallfahrer und drängen ihn ab. Der lässt sich das nicht gefallen - und schießt auf sie.

von Joel Hunold

Dortmund

, 07.01.2019
Zeugen drängen Unfallflüchtigen auf Wall ab - der zieht eine Waffe und schießt auf sie

Die Wallkreuzung mit der Hohen Straße in Dortmund: Hier holten Polizisten den Unfallflüchtigen aus seinem Auto. © Peter Bandermann

Alles begann mit einem leichten Blechschaden: Wie die Polizei erst jetzt berichtet, stieß ein 20-jähriger Dortmunder am Freitagabend beim Rückwärtsfahren mit seiner Mercedes A-Klasse auf einem Parkplatz am Ostwall gegen ein parkendes Auto.

Eigentlich eine Kleinigkeit: Die Polizei spricht später von einem Sachschaden in Höhe von 350 Euro. Zwei Freunde des Fahrzeughalters, dessen Wagen angefahren worden war, wollten den Mercedes-Fahrer zur Rede stellen. Doch dieser flüchtete.

Verfolgung aufgenommen und Mercedes abgedrängt

Die beiden Dortmunder, 21 und 22 Jahre alt, stiegen daraufhin selbst in ihr Auto, um die Verfolgung des flüchtigen Mercedes aufzunehmen. Am Königswall entdeckten sie das Fahrzeug und drängten es von der Straße ab. „Sie haben dem Mercedes-Fahrer den Weg versperrt“, erklärte Polizei-Pressesprecherin Amanda Nottenkemper.

Schüsse aus Schreckschusspistole

Als die Dortmunder den 20-jährigen Mercedes-Fahrer erneut zur Rede stellen wollten, schoss dieser ohne Vorwarnung mit einer Pistole auf die beiden und fuhr davon. Dabei touchierte er den 22-Jährigen mit seinem Auto leicht am Bein. Verletzt wurde dieser bei dem Zusammenstoß nicht.

Die beiden wandten sich daraufhin an die Bundespolizei am Hauptbahnhof, die unverzüglich die Verfolgung des Fluchtfahrzeugs aufnahmen. Dieses befand sich immer noch auf dem Wall. Im Bereich Südwall / Hohe Straße konnten sie den flüchtigen Fahrer anhalten. Mit vorgehaltener Waffe zerrten die Polizisten ihn aus seinem Auto und führten ihn in Handschellen ab. „Das war notwendig“, erläutert Pressesprecherin Amanda Nottenkemper, „schließlich war bis dahin noch nicht klar, dass es sich nur um eine Schreckschusspistole handelt“.

Blechschaden und Platzverweis

Die Pistole und der Führerschein des 20-jährigen Dortmunders wurden beschlagnahmt. Außerdem sprach die Polizei einen Platzverweis gegen ihn für die gesamte Innenstadt aus. Statt eines leichten Blechschadens, der in vielen Fällen zumindest teilweise von der Versicherung übernommen wird, hat er nun ein Strafverfahren am Hals.

Der Parkplatz am Ostwall ist ein beliebter Treffpunkt der Tuner- und Raserszene. Ob die an der Verfolgungsjagd beteiligten Personen mit der Szene etwas zu tun haben, konnte die Polizei auf Anfrage weder bestätigen noch verneinen.

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