Dortmunder Architekturbüro plant Denkmalpfad mit

Zeche Zollverein

Die Architekten Friedrich Keuthen und Michael Weichler müssen beim Bau des Denkmalpfads eine Gratwanderung machen. Das ist „spannend“, sagen sie.

Dortmund

, 24.01.2018, 14:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmunder Architekturbüro plant Denkmalpfad mit

Friedrich Keuthen (l.) und Michael Weichler vom Büro New mit ihrem Modell für den Löschturm Ost. © Foto: Freddy Schneider

Friedrich Keuthen und Michael Weichler vom Dortmunder Architekturbüro New haben Grund zur Freude: Sie haben nämlich 2017 eine wichtige Ausschreibung gewonnen und setzten sich gegen vier andere Architekturbüros durch. Darum dürfen sie sich jetzt um die architektonische Gestaltung des Denkmalpfades in Essen kümmern.

Die Stiftung Zollverein ist der Auftraggeber. Sie suchte Architekten, die Container erstellen, in denen die Besucher des Denkmalpfads mehr über die Geschichte der alten Kokerei erfahren können.

Neue Räume müssen entstehen und sich anpassen

„Ziel war, dass wir die Ebene des Denkmals unberührt lassen und eine zweite kulturelle Ebene mit Kuben darüberlegen, die als zusätzliche Einbauten zu erkennen sind“, erklärt Michael Weichler. Im Klartext: Das Denkmal darf nicht verändert werden, es müssen aber neue Räume entstehen, die sich in die Kulisse einfügen.

Ein Architekt befinde sich immer auf einer Gratwanderung, wenn er ein bereits bestehendes Objekt erweitern soll, wie bei dem Denkmalpfad in Essen, sagen Keuthen und Weichler. Soll der Architekt „drum herum bauen“, wie Weichler beschreibt, oder soll er „etwas einfügen und eine zurückhaltende Eigenständigkeit integrieren“, wie Keuten sagt? Entschieden haben sie sich für Letzteres. „Wir finden die Aufgabe sehr spannend und denken, dass wir gewonnen haben, weil unsere Idee zurückhaltend war“, sagen beide.

Schlicht, aber nicht langweilig

Diese Entscheidung spiegelt sich in dem Stil der fünf Container wieder, die sie gestalten. Schlicht, aber nicht langweilig. Auch die Materialien sind gezielt gewählt worden. Die fünf Kuben bestehen aus schwarzem Stahlblech und undurchsichtigem – aber lichtdurchlässigem – Industrieglas. Die Kuben gleichen aber „keinem Aquarium oder Glaskasten“, betont Keuthen.

Die Entwurfsplanung für die Station am Löschturm Ost ist bereits abgeschlossen. Die Station wird rund 534.000 Euro kosten. Das Geld dafür hat die Stiftung bereits. In fünf Jahren sollen die Besucher, wenn alle zwölf Stationen des Denkmalpfades fertig sind, den Löschvorgang besser verstehen lernen.

Barriere- und risikofrei muss das Gelände sein

Nach der Planung für den Löschturm folgen die Pläne für die Umweltschutz-Station, die schwebende Verkokung-Station, die Station über die Nebenprodukte und zu guter Letzt die Station 12, die den Füllvorgang erläutert. Die Architekten können erst nach und nach mit der Planung beginnen, weil auf dem Gelände noch Arbeiten laufen.

„Die sanieren alles vor uns weg“, sagt Keuten und lacht. Erst muss das Gelände barriere- und risikofrei werden. „Das Gelände darf ja niemand ohne Aufsicht betreten“, sagt Weichler. „Weil es nicht dafür angelegt wurde, dass irgendwann Besucher darüber spazieren. Das muss erst geändert werden.“

Mehr Infos zum Architekturbüro New gibt es hier.