Dortmunder Ballett löst Tumult in Hongkong aus

"Traum der roten Kammer"

Kritik vom Regime: Die große Inszenierung "Traum der roten Kammer" des Dortmunder Ballett-Direktors Xin Peng Wang hat am Freitag in Hongkong Premiere gefeiert - und endete mit wütenden chinesischen Politikern auf der Bühne.

HONGKONG / DORTMUND

von Von Tilman Abegg

, 26.10.2013, 15:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Durchaus umstritten: die Dortmunder Inszenierung "Der Traum der Roten Kammer" von Xin Peng Wang in Hongkong

Durchaus umstritten: die Dortmunder Inszenierung "Der Traum der Roten Kammer" von Xin Peng Wang in Hongkong

Das berichtet Ballett-Manager Tobias Ehinger kurz nach Premierenende im Gespräch am Telefon. „Mehrere Politiker kamen auf die Bühne gestürmt und beschimpften uns: ’Wie könnt ihr mit einer so kritischen Darstellung der Kulturrevolution das Publikum begeistern?’“

Ernste Konsequenzen befürchtet Ehinger nicht. Am Samstagmorgen (Ortszeit) sei ein Gesprächstermin zwischen Xin Peng Wang und einigen Parteimitgliedern angesetzt, bei dem die Politiker vermutlich eine Zensur der Inszenierung durchsetzen wollen, sagte Ehinger –  doch er rechnet nicht damit, dass Wang nachgeben muss.

Das Stück, das Wang in Kooperation mit dem Hongkonger Ballett umgesetzt und im November 2012 in Dortmund erstmals aufgeführt hat, ist die Umsetzung eines der wichtigsten Romane der chinesischen Kultur. Wang fügte für die Inszenierung dem Originaltext einen eigenen Part über die Kulturrevolution hinzu – eine politische Entwicklung, deren künstlerische Darstellung die chinesische Regierung bis heute zu kontrollieren versucht.

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