Dortmunder Band ist erst zweimal aufgetreten, dreht aber schon einen eigenen Kinofilm

rn„Velvet Attack“

Die Dortmunder Psychedelic-Rock-Band „Velvet Attack" kam aus dem Nichts. Die Musiker aber sind bekannt und vielversprechend. Und die Band kann sich bereits mit einem Kinofilm schmücken.

Nordstadt

, 10.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Entstehungsgeschichten von Bands sind vielfältig. Manchmal fordern widrige Umstände einen neuen Weg. So bei dieser Band, die bisher nur einen Auftritt hatte, aber bereits ihren eigenen Kinofilm: „Velvet Attack".

Wirft man einen Blick auf die Musiker, deren Vorgeschichte und die vergangenen Monate, so erklärt sich einiges. Anfang 2018 wechselte der Pianist der bekannten 60er-Jahre Garagenband „The Cheeks" in der finalen Phase des neuen Albums zu einer anderen Band. Die Albumproduktion stagnierte. Der Sänger sowie der Gitarrist und Songwriter überlegten, wie es weitergehen sollte. „Wir haben Bock auf Musik und wollten auf jeden Fall weitermachen", sagt Frontmann Kono.

Neuen musikalischen Stil entwickelt

Zwischenzeitlich hatte das Multitalent Chris Riza als Komponist, Texter und Gitarrist der Cheeks für sich viele Stücke geschrieben, die einen neuen, anderen Sound mitbrachten. Eher Richtung Beatles mit Sixties-Einschlag und einer Mischung aus blumig und rotzig mit einer Prise Psychedelic-Rock. Man war sich einig: Es musste eine neue Band her, die genau diesen Sound macht. „Und wir wollten endlich mal wieder ein Debütalbum machen", erinnert sich Kono zurück.

Doch zuerst musste die Band vervollständigt werden. Nach einem kurzen Gastspiel eines Bassisten und einer zweiten Gitarre stiegen die beiden Neuen während der Aufnahmesessions wieder aus. Wieder fehlten der Band Musiker. Die Lösung war ein Zufall und zugleich perfekt. Denn der Gitarrist der ehemaligen Band „Jelly Planet", Alex Schönert, stand bereit. „Ich bin sofort dabei“, lautete damals seine Antwort. „Darf ich auch singen?"

Band entwickelt eigenen Musikstil

So wuchs Velevet Attack langsam zusammen. Mit dem aus Bremen stammenden Schlagzeuger Remco Reents wurde einige Monate ohne Bassist geprobt. Es fand sich kein geeigneter Musiker, der vor allem den Spirit der 60er-Jahre verinnerlichte und zu den vier Musikprofis passte. Ihren ungewöhnlichen Musikstil nennen sie selbst „Neo-Psychedelic-Rock-Freakbeat“.

Durch den Tipp eines befreundeten Musikers stand Ende 2018 dann Pele Caster im Proberaum. Der frühere Gitarrist von „Astra Kid" und Bassist von „Klee" übernahm die viersaitige Gitarre. „Das hätte alles nicht besser kommen können", sagt Chris Riza. Danach ging alles sehr schnell: Ende 2018 war die Band komplett und beim Festival DortBunt im Mai 2019 folgte der erste Auftritt. Am 6. Juli spielte Velvet Attack zum 40. Bestehen des Kulturzentrums Langer August in der Nordstadt.

Kinofilm und Debütalbum sind in Arbeit

Doch im Hintergrund lief vieles mehr. 14 Songs sind mittlerweile fertig, viele weitere in Bearbeitung und das besagte Debütalbum ist in Arbeit. „Unsere Songs sind in der Besetzung und mit drei bis vier Stimmen sehr kompliziert und detailverliebt mit einem künstlerischen Anspruch. Das wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen", so Kono, der schon das erste Musikvideo im Hinterkopf hat. Doch zuvor haben sie noch einen Kinofilm zu drehen - denn Regisseur und Drehbuchautor Schringo van den Berg (unter anderem Drehbuch „Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem“ und „00 Schneider – Jagd auf Nihil Baxter“) hat angefragt, ob er seinen neusten Kinofilm „Velvet Attack“ nennen könnte.

Dortmunder Band ist erst zweimal aufgetreten, dreht aber schon einen eigenen Kinofilm

Live-Aufnahme vom ersten Konzert der Band bein „DortBunt"-Festival in der Innenstadt. © Velvet Attack

Mit dem Drehbuch und Produzent Jörg Daniel besuchte van den Berg den Proberaum, und am Ende war man sich einig: der Fantasy-Krimi „Velvet Attack" bekommt den kompletten Soundtrack von der gleichnamigen Band, die sich im Film auch noch selber spielen wird. Ende 2019 soll der Film ins Kino kommen, danach will die Band das Album in Angriff nehmen.

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