Dortmunder Firma Dula baut Möbel für Apple

Großer Kunde seit Jahren

Dortmund scheint ein gutes Pflaster für amerikanische Weltkonzerne zu sein: Gerade erst hat Google verkündet, ein Trainingszentrum für Mittelständler in Dortmund einzurichten. Nun wird bekannt, dass das Dortmunder Unternehmen Dula seit Jahren Möbel für Apple herstellt - und zwar Tische so teuer wie Kleinwagen.

HOMBRUCH

, 03.08.2015, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmunder Firma Dula baut Möbel für Apple

Wenn sich Kunden in Apple-Stores oder Elektronik-Märkten zum Beispiel über die Apple-Uhren beugen, stützen sie sich dabei auf Tischen ab, die zumeist vom Dortmunder Unternehmen Dula produziert wurden.

Apple ist mit einem Börsenwert von 746,7 Milliarden Dollar (Juli) das wertvollste Unternehmen der Welt. Der US-Riese verlangt den Firmen, mit denen er arbeitet, absolute Verschwiegenheit ab. Und so war bislang nicht bekannt, dass das Dortmunder Unternehmen Dustmann-Ladenbau – kurz: Dula – seit Jahren Möbel für Apple baut.

Möbel stehen an der Regent Street und am Kurfürstendamm

Nun durfte Dula-Chef Heinz-Herbert Dustmann erstmals darüber sprechen. In der "Welt am Sonntag" ist ein ausführliches Firmenporträt über „Apples geheime Tischlerei im Münsterland“ erschienen. Gemeint ist das Dula-Werk in Vreden, wo – das bestätigte Dustmann dieser Redaktion – fast ausschließlich für den kalifornischen Konzern in Cupertino produziert wird.

Ob in den Apple-Stores in der Londoner Regent Street und am Berliner Kurfürstendamm oder in vielen Elektronik-Märkten: Apples iPhones, Macs, Tablets und Uhren liegen nicht in irgendwelchen Regalen. Sie werden auf Spezialtische gebettet den Kunden präsentiert. Eben diese Tische liefert zumeist Dula.

Dulas Kunden: BMW, Kaufhof, H&M und Zara

Das Dortmunder Unternehmen mit Firmensitz in Hombruch und Werken unter anderem in Vreden, Ahaus sowie im spanischen Saragossa ist führend in Sachen Ladengestaltung und Innenausbau. Dula hat bereits für Kunden wie BMW, Kaufhof, H&M und Zara gearbeitet und Schiffe wie das „Traumschiff“ aus der gleichnamigen Fernsehserie mit Möbeln ausgestattet.

Die Industrie- und Handelskammer Dortmund zählt Dula zu den "Top-Unternehmen in der Region" ("Die Besten im Westen", Seite 50). Vor neun Jahren stieß Apple auf den Mittelständler, der 2014 96 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete. Mit kleinen Unterbrechungen am Anfang sei Dula seither "dauerhaft" für Apple tätig - "das Volumen stieg kontinuierlich an", so Heinz-Herbert Dustmann gegenüber den Ruhr Nachrichten. 

Die Apple-Tische wiegen eine viertel Tonne

Für Apple, so ist es im "Welt"-Porträt zu lesen, hat das Dortmunder Unternehmen bereits 7000 der Tische gebaut, die in alle Welt transportiert wurden. Jeder der mit Panzerglas geschützten Tische, wiege eine viertel Tonne "und kostet soviel wie ein Kleinwagen". Es sind Hightech-Möbel mit Ladeelektronik und Drahtlos-Router für die Apple-Geräte.

Das 1953 von seinem Vater Heinrich Dustmann gegründete Unternehmen sei in Sachen "Qualitäts- und Hightechanspruch" ohnehin sehr weit gewesen, sagt Heinz-Herbert Dustmann. Durch Apple habe die "Innovationskraft aber weiteren Schub" erhalten.

Dustmann: "Ein großer Vertrauensbeweis"

Dass er mit dem Einverständnis von Apple einen Einblick in die Vredener Fabrik gewähren durfte, sei "für uns ein großer Vertrauensbeweis", wird der 63-jährige Dustmann von der "Welt" zitiert.

Möglicherweise kommt Dula auch dafür infrage, die 2016 bezugsfertige Apple-Zentrale auszustatten. Noch sei nicht entschieden, wer die Möbel liefere, schreibt die "Welt" und zitiert dann wieder Dustmann: "Wir stehen dafür bereit."