Dortmunder Philharmoniker nahmen ein Klangbad

Konzert zum Thema "Seelenbilder"

Mutig, mutig war das Programm der Dortmunder Philharmoniker im siebten Philharmonischen Konzert am Dienstag- und Mittwochabend im Konzerthaus Dortmund.

DORTMUND

, 05.04.2017, 18:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gabriel Feltz dirigierte Mahlers dritte Sinfonie im letzten Saisonkonzert der Dortmunder Philharmoniker im Konzerthaus Dortmund.

Gabriel Feltz dirigierte Mahlers dritte Sinfonie im letzten Saisonkonzert der Dortmunder Philharmoniker im Konzerthaus Dortmund.

Das Cellokonzert von Henri Dutilleux aus dem Jahr 1970 ist nicht ganz einfach zu hören, Debussys "La Mer" war am Schluss kein fetziger Rausschmeißer, und die sinfonische Dichtung "Der Wassermann" von Dvorak war als Einstieg in das Programm mit 25 Minuten nicht gerade eine konventionelle Konzert-Ouvertüre. Trotzdem fügten sich die zwei Stunden dann doch zu einer mehr oder weniger dichten "Seelen-Reise".

Überlegene Virtuosität

Das Orchester konnte unter Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz zeigen, wie präzise es spielen kann. Gleiches galt natürlich auch für den Solisten. Wolfgang Emanuel Schmidt fand wunderbare Farben für Dutilleux' musikalische Bilder von fünf Beaudelaire-Gedichten, breitete ein "Rätsel" als höchst genaues rhythmisches Puzzle aus und erwiderte elegisch und in fahlen Farben die "Blicke" des Orchesters im zweiten Satz. Da, wo die Zuhörer eigentlich Melodienseligkeit erwarten könnten, in der "Hymne" des Schlusssatzes, zeigte er überlegene technische Virtuosität.

Zum Konzertmotto "Seelenbilder" passte dieses Werk nicht so recht, aber die beiden anderen Kompositionen. Das Zuhause von Dvoráks "Wassermann" war ein Ozean der Klänge, in die sich das Orchester unter Feltz’ temperamentvoller Leitung lustvoll stürzte und die dramatische Geschichte von einem Mädchenmord packend erzählte.

Besuch am Meer

Claude Debussys "La Mer" war mehr im Mittelmeer als an der stürmischeren Nordsee angesiedelt - eine verklärte Erinnerung des sechjährigen Claude an einen Besuch am Meer. Innig und sanft gespielt vom Orchester in den Zwiesprachen zwischen säuselndem Wind und stillem Meer und mit einem sanften Spiel der (Klang)Wogen.

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