Drachentöter und andere Helden

Ikonen-Museum Recklinghausen

Aleksandr von der Neva schlug im 13. Jahrhundert die Schweden und die deutschen Ordensritter an der Neva zurück, setzte sich gegen die westlichen Einflüsse ein. Deshalb wird dieser Heilige auch heute noch für die russische Politik instrumentalisiert.

RECKLINGHAUSEN

16.10.2016, 19:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Drachentöter und andere Helden

Die russische Ikone mit dem Heiligen Aleksandr von der Neva entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und ist mit fast eineinhalb Metern das größte Ausstellungsexponat.

Die russische Ikone von dem Heiligen Aleksandr von der Neva ist mit 1,45 Meter das größte Werk, das in der Schau "Von Drachenkämpfern und anderen Helden" im Ikonen-Museum Recklinghausen zu sehen ist. Die kleinsten der 123 Exponate sind Münzen aus Bronze aus dem zwölften Jahrhundert, die nicht mehr als zwei Zentimeter Durchmesser haben. Und auf ihnen findet sich der Heilige Georg, der mit dem Heiligen Demetrios zu den populärsten Kriegerheiligen gehört.

Märtyrer in Reiterpose

Diese beiden Märtyrer in Reiterpose finden sich auch auf den Amuletten und Siegeln aus Messing, Bronze - zum Teil emailliert - und Blei sowie auf den Pilgerampullen, die im Eingangsbereich der Ausstellung in Vitrinen präsentiert werden. Die Hinterglasmalerei aus Siebenbürgen zeigt dann nur noch den Heiligen Georg auf seinem Schimmel als Drachentöter.

Im Hauptausstellungsraum sind die Ikonen der Kriegerheiligen nicht chronologisch, sondern nach Heiligen gehangen. Da gibt es mehrere Darstellungen vom Heiligen Georg, wie er den Drachen mit seiner Lanze tötet, um eine Prinzessin zu retten. Auf einer Ikone ist die Geschichte hübsch narrativ gemalt. Der Betrachter sieht nicht nur die Prinzessin, der das Los ihrer Vorgängerinnen erspart blieb, sondern auch die Königseltern, die wie in einer Theaterloge, dem Drachentöter beim Kampf zuschauen.

Heiliger in Hoftracht

Der Heilige Demetrios, Schutzpatron der Stadt Thessaloniki, wird nicht nur mit Pferd und Lanze dargestellt, sondern in der Schau gibt es auch ein Brustbild mit Märtyrer-Kreuz und - ganz ungewöhnlich, wie Kustodin Eva Haustein-Bartsch erläutert - eine Ikone, die ihn in byzantinischer Hoftracht zeigt, wie das sonst nur bei Fresken üblich war.

Neben weiteren Kriegerheiligen aus der Zeit der Christenverfolgung gibt es auch noch die "Vierzig Märtyrer von Sebaste". Die Gruppe hatte man nackt auf einen Eissee gestellt, damit sie ihren Glauben widerrufen. Einer machte davon Gebrauch, flüchtete ins geheizte Badehaus - und starb, vermutlich an einem Herzinfarkt ob des Temperaturwechsels.

Ikonen-Museum Recklinghausen: "Von Drachenkämpfern und anderen Helden. Kriegerheilige auf Ikonen", bis 12.2.2017, Kirchplatz 2a, Di-So (auch feiertags) 11-18 Uhr (24./31.12. 11-14 Uhr), Kat. 35 Euro.