Drama „24 Wochen“ rührt zu Tränen

Berlinale

Berlin, ein Tränenmeer. Am Wochenende lief der einzige deutsche Berlinale-Beitrag: das tief berührende Drama "24 Wochen" mit Julia Jentsch und Bjarne Mädel.

BERLIN

von Von Patrick Wildermann

, 14.02.2016, 15:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Drama „24 Wochen“ rührt zu Tränen

- Julia Jentsch und Bjarne Mädel in einer Szene aus dem Film „24 Wochen“

 

Höflichen Applaus hört man dieser Tag oft im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz. Gelegentliche Buhrufe auch, das gehört dazu. Vernehmliches Schluchzen dagegen ist eine absolute Seltenheit.

Der Film, der am Wochenende aber selbst hartgesottene Kritiker reihenweise zum Taschentuch greifen ließ, heißt "24 Wochen" und stammt von der jungen Erfurter Regisseurin Anne Zohra Berrached. Es ist erst ihr zweiter Spielfilm (nach der schönen Adoptionsgeschichte "Zwei Mütter") - und er öffnet Berrached hoffentlich die Tür zu einer großen Karriere.

Schwere Entscheidung

"24 Wochen" erzählt von der Kabarettistin Astrid (Julia Jentsch), die mit ihrem Freund und Manager Markus (Bjarne Mädel) das zweite Kind erwartet. Als ihnen nach einer Routineuntersuchung eröffnet wird, dass das Kind mit einem Downsyndrom zur Welt kommen wird, legen die beiden zunächst noch Optimismus an den Tag.

Aber die schlechten Nachrichten reißen nicht ab. Und Astrid realisiert, dass sie allein letztlich die Entscheidung treffen muss, ob sie das Kind abtreibt oder nicht.

Lob aus aller Welt

"24 Wochen" nimmt dabei nicht den Verlauf, den die gängige Fernsehdramaturgie vorgeben würde. Stattdessen bleibt Berrached nah an der Realität. Und das nicht nur, weil sie (tolle Entscheidung!) das gesamte medizinische Fachpersonal mit echten Ärzten und Hebammen besetzt hat.

Die Reaktionen sprechen für sich. Auf der Pressekonferenz lobten Journalisten aus Ländern von Kanada bis Taiwan den Film als berührend - und vor allem als mutig.

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