Dringender Appell: Impf-Experten äußern sich zu Astrazeneca

Coronavirus

Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie bezieht Stellung zur Impfung gegen das Coronavirus - und äußert sich zum in die Kritik geratenen Impfstoff von Astrazeneca.

Marburg

, 02.03.2021, 16:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie will Zweifel am Impfstoff von Astrazeneca ausräumen.

Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie will Zweifel am Impfstoff von Astrazeneca ausräumen. © picture alliance/dpa

Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie (DGfI) hat sich in einer Stellungnahme zur Impfung gegen das Coronavirus geäußert – und einen dringenden Appell formuliert. „Alle zugelassenen Impfstoffe“, so heißt es in einem Schreiben, das dieser Redaktion vorliegt, seien „sicher und schützen effektiv vor einer schweren COVID-19-Erkrankung“.

Um die Impfziele „möglichst schnell zu erreichen, und angesichts der steigenden Frequenz der mutierten Sars-CoV-2-Varianten ist dringend zu raten, alle verfügbaren Impftermine wahrzunehmen, unabhängig vom vorgesehenen Impfstoff“. Auf jeden der in der EU zugelassenen Impfstoffe – also auf jenen von Biontech, Moderna und Astrazeneca – träfen folgende Aussagen zu.

Erstens seien die Impfstoffe sicher. „Die Impfreaktion kann zwar bei vielen Geimpften von sogenannten induzierten Nebenwirkungen wie z.B. Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen oder allgemeines Krankheitsgefühl begleitet sein. Diese können aber als grippeähnliche Beschwerden zusammengefasst werden“, schreibt die DGfI.

Weitergabe des Virus durch Impfstoff „stark vermindert“

Zweitens schützten die Impfstoffe „effektiv vor einer schweren COVID-19-Erkrankung. In den Zulassungsstudien und den nachfolgenden klinischen Beobachtungsstudien wurden durch alle drei Impfstoffe schwere COVID-19 Erkrankungen nahezu komplett verhindert“. Drittens sei die Impfung auch gegenüber den bisher bekannten Virusvarianten wirksam.

Bezüglich „der zuerst in Großbritannien aufgetretenen Variante ist keine wesentliche Verringerung der Effektivität zu erwarten. Bei den zuerst in Südafrika bzw. in Brasilien aufgetretenen Varianten ist die Effektivität der Impfungen geringer, sie sind aber nicht wirkungslos und schützen wahrscheinlich immer noch vor einer schweren COVID-19 Erkrankung“, teilt die DGfl mit.

Und viertens lösten alle drei genannten Impfstoffe „bei nahezu jedem Geimpften eine schützende Immunantwort“ aus. „Durch diesen Immunschutz wird selbst bei einer Ansteckung die Vermehrung des Virus stark reduziert. Somit sind die Geimpften geschützt und das persönliche Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken, wird auf ein Minimum reduziert.“

Darüber hinaus werde, so schreibt es die DGfL in ihrer Stellungnahme, die Verhinderung von Erkrankungen und durch die Reduktion der Virusvermehrung auch eine Weitergabe des Virus stark vermindert. Auch dies sei wichtig, da momentan nicht alle Mitbürger wie Schwangere oder Kinder geimpft werden könnten.

Vorschlag für Kanzlerin Angela Merkel

Zuletzt war vor allem der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca in die Kritik geraten. Er verursache mehr Nebenwirkungen und sei weniger wirksam als andere Impfstoffe, hieß es. Erste Meldungen dazu stammten aus Schweden: Dort wurde die Nutzung zeitweise ausgesetzt. Auch aus Deutschland gab es anschließend ähnliche Nachrichten – unter anderem aus NRW und Hamburg.

Die DGfL hält die Sorgen um Astrazeneca für unbegründet und macht das auch in ihrer Stellungnahme deutlich. Kürzlich schon hatte Prof. Dr. Carsten Watzl, seinerseits DGfL-Generalsekretär und Dortmunder Immunologe, darauf aufmerksam gemacht – und den Vorschlag unterbreitet, Kanzlerin Angela Merkel solle sich öffentlichkeitswirksam impfen lassen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt

Was sollten Menschen mit Langzeitsymptomen beachten, wenn die Impfung gegen Covid-19 ansteht? Und kann die Impfung vor Long Covid schützen? Das versuchen Wissenschaftler nun zu beantworten.

Lesen Sie jetzt