Dritte Welle erreicht Krankenhäuser: „So viele Menschen wie möglich mit Erstimpfung versorgen“

Corona auf den Intensivstationen

Die dritte Welle der Pandemie ist in den Kliniken angekommen. Angesichts der steigenden Fallzahlen fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft nun, die Impfpriorisierung zu ändern.

Berlin

von Eva Quadbeck

, 27.03.2021, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dritte Welle erreicht Krankenhäuser: „So viele Menschen wie möglich mit Erstimpfung versorgen“

© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Wegen der rasant steigenden Infektionszahlen fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), dass der vorhandene Impfstoff schnell für die Erstimpfung so vieler Menschen wie möglich genutzt wird. „Wir müssen jetzt so viele Menschen wie möglich mit der Erstimpfung versorgen“ sagte der designierte DKG-Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Samstag).

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„Dabei sollte der Zeitraum bis zur Zweitimpfung maximal ausgeschöpft werden. Bei Astrazeneca sind das 10 bis 12 Wochen, bei Biontech 42 Tage“, sagte Gaß. Auf diese Weise könne man die Krankenhäuser deutlich entlasten. „Denn die Erstimpfung bietet schon einen relativ guten Schutz. Großbritannien ist auch so vorgegangen und hat damit deutlich sinkende Inzidenzzahlen erreicht.“

Ab dem 6. April impfen Hausärzte

In Deutschland hat mittlerweile jeder zehnte Bürger mindestens eine Impfung erhalten. Der Großteil der ersten Prioritätsgruppe – die über 80-Jährigen und die Beschäftigten im Gesundheitswesen sind versorgt. Insgesamt wurden deutschlandweit rund zwölf Millionen Impfdosen bisher verabreicht.

Für das zweite Quartal hat die Bundesregierung eine deutliche Beschleunigung der Lieferung von Impfdosen in Aussicht gestellt. Ab dem 6. April soll auch in Hausarztpraxen geimpft werden.

Die dritte Welle der Covid-19-Erkrankungen ist in den Kliniken angekommen. Seit 14 Tagen steigen die Belegungszahlen auf den Intensivstationen wieder. Das Robert-Koch-Institut meldete am Samstag einen Inzidenzwert von 124,9 – das heißt, in sieben Tagen gibt es bundesweit aktuell knapp 125 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Dennoch entschließen sich immer mehr Regionen für Öffnungsschritte.

„Inzwischen müssen wir wieder 3300 Covid-Patienten auf Intensivstationen versorgen“, betonte Gaß. Seine Prognose: „Die Zahlen werden weiter steigen.“ Er rechne aber nicht damit, dass man schon im April die Zahl 6000 überschreite. „Die positive Nachricht ist, dass es zurzeit weniger Neueinweisungen von Covid-Patienten in Krankenhäuser gibt als bei gleichen Inzidenzwerten während der zweiten Welle.“

Entlastung durch Impfung des Personals

Nicht alle Kliniken sind durch Corona gleichermaßen belastet. Die Lage in den Krankenhäusern stelle sich sehr unterschiedlich dar, betont Gaß. Krankenhäuser, die selbst keine Covid-19-Patienten versorgen, sind dennoch alle mittelbar betroffen.

„Alle Kliniken sind seit einem Jahr in einem Ausnahmezustand. Wer nicht direkt Covid-Patienten versorgt, ist dennoch durch den zusätzlichen erheblichen Infektionsschutz belastet“, erklärt Gaß. Eine gewisse Entlastung sei in den Kliniken zu spüren, dadurch, dass das Klinikpersonal inzwischen geimpft sei.

RND

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