Drohbrief mit Patronenhülse ging auch an Innenminister Reul

Linksextremismus

Mutmaßliche Linksextremisten haben ein Drohschreiben mit einer leeren Patronenhülsen an NRW-Innenminister Herbert Reul gesendet. Die Absender sollen einer Terrorvereinigung angehören.

Düsseldorf

10.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
NRW-Innenminister Herbert Reul hat ein Drohschreiben mit einer leeren Patronenhülse erhalten.

NRW-Innenminister Herbert Reul hat ein Drohschreiben mit einer leeren Patronenhülse erhalten. © picture alliance/dpa

Auch Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat ein Drohschreiben mit einer leeren Patronenhülse erhalten. Das bestätigte der Sprecher des Innenministeriums am Abend. Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass mutmaßliche Linksextremisten auch an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) Drohbriefe mit Patronenhülsen verschickt haben.

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Sicherheitskreisen, nachdem zuerst der „Spiegel“ darüber berichtet hatte. Demnach erhielten auch 14 Landesinnenminister, Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang und das Bundesverfassungsgericht in den vergangenen Monaten Drohschreiben. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt wegen der Vorfälle schon länger gegen eine Gruppierung, die sich Revolutionäre Aktionszellen (RAZ) nennt. Sie wird als Terrorvereinigung eingestuft.

Vierseitiges Drohschreiben wurde im Mai an Reul geschickt

Der Sprecher des Innenministeriums in Nordrhein-Westfalen teilte mit, dass im Mai dieses Jahres in der Poststelle ein an Reul adressierter Umschlag „mit einem vierseitigen Drohschreiben mit der Überschrift „Im Namen des Volkes““ eingegangen sei. „Die Verfasser bezeichnen sich darin als „Militante Zelle (MIEZE) des Kollektivs der Revolutionären Aktionszellen (RAZ). Neben dem Schreiben enthielt der Umschlag die leere Patronenhülse einer Schreckschusspistole.“

Zuletzt hatten die RAZ nach dem Fund von Brandsatz-Bestandteilen vor der Villa des Fleischunternehmers Clemens Tönnies Ende August ein Bekennerschreiben verschickt. Die Gruppe bezichtigte sich auch, in der Nacht auf den 2. August Brandsätze an der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg abgelegt zu haben. Einer dieser Brandsätze war angezündet worden, aber von selbst wieder ausgegangen.

lnw

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