Drohende Stromsperre: Was tun?

Verbraucher-Tipps

Kein Licht, kein warmes Wasser, keine saubere Wäsche - eine Stromsperre hat gravierende Folgen. Insgesamt 345.000 Menschen wurde 2013 zeitweise der Strom abgestellt. Was tun, bevor es zu spät ist? Hier finden Sie Tipps und Hinweise wie Sie eine Stromsperre vermeiden können.

NRW

24.11.2014, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stromsperre - nicht immer möglich Der Stromanbieter kann nicht einfach so den Strom abstellen. Dafür müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein:

  • Die Sperre muss vier Wochen vorher angekündigt sein. Außerdem muss er noch einmal drei Tage vorher auf die Sperrung aufmerksam machen.
  • Der Verbraucher muss mindestens einen Betrag von 100 Euro nicht gezahlt haben.
  • Die Sperre muss als Maßnahme verhältnismäßig sein.
  • Der Verbraucher stellt nicht in Aussicht, die Rechnung zu begleichen. 

Wer Zweifel hat, dass die Bedingungen erfüllt sind, der kann in der Verbraucherzentrale, einer gemeinnützigen Schuldnerberatung oder bei einem Rechtsanwalt Hilfe suchen. Generell gilt: Werden Sie aktiv! Es hilft auch, Kontakt zu dem Anbieter aufzunehmen! Eine Sperre zu verhindern ist einfacher als einen gesperrten Anschluss wieder freizuschalten. Außerdem fallen bei einer Sperre weitere Kosten an, die Sie dann auch noch bezahlen müssen. 

Bevor der Strom abgestellt wird, können Sie einige Schritte unternehmen, damit es nicht so weit kommt: 

  • Generell sollten Sie Rechnungen für Strom, Heizung und Miete als erstes begleichen. Sobald Sie Zahlungsrückstände haben, ist der Energieversorger berechtigt, nicht mehr zu liefern - so weit die oben genannten Bedingungen erfüllt sind.
  • Wenn Sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt beziehen, können Sie ihre Abschläge auch direkt vom Sozialleistungsträger bezahlen lassen. Dafür reicht ein formloser Antrag bei der entsprechenden Behörde. 
  • Versuchen Sie, Ihren Energieverbrauch regelmäßig zu kontrollieren. Lesen Sie dafür etwa alle drei Monate die Zählerstände ab. 
  • Es hilft, die Abschlagszahlungen immer wieder anzupassen. Sind Ihre Abschlagszahlungen zu niedrig, dann haben Sie hohe Nachforderung bei der Jahresrechnung. Sind die Abschlagszahlungen zu niedrig, können Sie sich zwar auf eine Rückzahlung freuen - allerdings fehlt das Geld vielleicht schon vorher an anderen Stellen. 
  • Generell hilft ein Strompreisvergleich, damit Sie den günstigsten Anbieter für sich finden. Achtung: Der günstigste Anbieter muss nicht unbedingt der Beste sein!