Drosten: Altersstruktur der Corona-Infizierten verantwortlich für niedrige Sterberate

Coronavirus

In Deutschland nehmen die Corona-Neuinfektionen seit einigen Wochen wieder zu. Doch die Zahl der Corona-Toten steigt nicht mehr in der Geschwindigkeit an, wie zu Beginn der Pandemie.

Berl

04.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Christian Drosten ist Institutsdirektor für Virologie an der Charité in Berlin.

Christian Drosten ist Institutsdirektor für Virologie an der Charité in Berlin. © picture alliance/dpa

Trotz steigender Zahlen bei den Neuinfektionen liegt die Zahl der Corona-Toten auf einem niedrigen Niveau. Für den Virologen Christian Drosten gibt es dafür eine einfache Erklärung. Auf die Frage eines Zuhörers in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftspodcasts „This Week in Virology“, warum die Todesrate aktuell so gering sei, sagte Drosten: „Mehr junge Menschen sind jetzt infiziert. Die Studenten übernehmen.“

Alte Menschen blieben jetzt eher zu Hause, die Veränderungen im Verhalten der Menschen seien mit entscheidend für die niedrigere Todesrate. Familien würden es zum Beispiel mehr vermeiden, die Großeltern zu besuchen.

Zahl der Infizierten bei den über 60-Jährigen bleibt auf niedrigem Niveau

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) wiederholt seit Beginn der Reisezeit, dass sich insbesondere die Altersgruppe der 15 bis 34-Jährigen vermehrt infiziere. Bei den über 60-Jährigen bleiben die Zahlen dagegen konstant niedrig. „Die Inzidenzen in den Altersgruppen ab 60 Jahre bleiben weiterhin auf dem niedrigen Niveau der Vorwochen“, schreibt das RKI im Situationsbericht vom 25. August 2020.

Das durchschnittliche Alter der an oder mit Corona verstorbenen Personen in Deutschland liegt bei rund 81 Jahren.

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