Drosten: „Wir befinden uns wieder in einem Infektionsanstieg“

Coronavirus

Mit Blick auf die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts befindet sich Deutschland laut Christian Drosten wieder in einem Infektionsanstieg. Eine beliebige Schwankung schließt der Virologe aus.

Berlin

17.09.2020, 14:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Virologe Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin, beim 17. Kommunikationskongress 2020.

Virologe Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin, beim 17. Kommunikationskongress 2020. © picture alliance/dpa

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen hat den höchsten Tageswert seit April erreicht. Das geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagmorgen hervor.

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2194 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen.

Bei der Entwicklung der Zahl der Neuinfektionen in Deutschland sieht der Virologe Christian Drosten Unterschiede im Vergleich zum August. Der am Donnerstag vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Wert von rund 2200 Neuinfektionen sei „schon nicht so eine beliebige Schwankung. Sondern wir sind jetzt wieder im Anstieg“, sagte der Charité-Wissenschaftler in Berlin beim Kommunikationskongress des Bundesverbands der Kommunikatoren, wo er für seine Aufklärungsarbeit in der Pandemie mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde.

Im August sei das kurze An- und Abschwellen der Zahl der Neuinfektionen mit großer Sicherheit auf aus dem Ausland importierte Fälle zurückzuführen gewesen, „die in Deutschland nicht weitergegangen sind“, so Drosten.

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Die jetzt neu diagnostizierten Fälle seien aber in Deutschland aufgetretene Infektionen und in erster Linie Hinweise auf unerkannte Cluster im Hintergrund - die dann in Deutschland liegen. Ein Cluster kann beispielsweise eine Gruppe von Menschen bei einer Familienfeier sein.

„Das heißt wir müssen uns eigentlich jetzt so darauf einstellen, dass das, was wir sehen, der Beginn einer Inzidenzzunahme ist, die man irgendwann dann auch wieder kontrollieren muss“, sagte Drosten.

Beim Coronavirus sorgen die meisten Infizierten laut früheren Ausführungen von Drosten für relativ wenige Ansteckungen, während einzelne Infizierte - die sogenannten Superspreader - unter bestimmten Umständen sehr viele Folgefälle auslösten, beispielsweise in einem Cluster.

RND/dpa

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