Düsterer zweiter Teil "Che-Guerilla"

Tragischer Thriller

In "Che - Revolucion", dem ersten Teil von Steven Soderberghs ambitionierten Filmprojekt über den Revolutionär Ernesto "Che" Guevara, konnte man als Kinobesucher miterleben, wie eine Revolution funktioniert. In "Che - Guerilla", dem zweiten Teil dieser nahezu spiegelbildlich aufgebauten Biographie, stehen die Zeichen ganz anders.

von Von Sascha Westphal

, 27.07.2009, 14:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
In auswegloser Lage: Benicio Del Toro als Che Guevara und Franka Potente als Tamara Bunke.

In auswegloser Lage: Benicio Del Toro als Che Guevara und Franka Potente als Tamara Bunke.

Über dem Versuch Che Guevaras, zehn Jahre nach Beginn der kubanischen Revolution deren triumphalen Verlauf in Bolivien zu wiederholen, liegt der Schatten des Todes. Anders als auf Kuba trifft der von Benicio del Toro extrem zurückhaltend gespielte Che auf eine Bevölkerung, die nicht reif ist für den bewaffneten Kampf. Franka Potente als Weggefährtin von Che Guevara Er und seine Weggefährten, zu denen auch eine Deutsche namens Tanja (Franka Potente) gehört, finden nicht genug Unterstützung. Und so endet diese Kampagne am 9. Oktober 1967 mit Ches Ermordung.

Auch in diesem zweiten Teil erzählt Steven Soderbergh von einem Guerillakrieg. Nur hat sich die Situation umgekehrt. Trotzdem kommt für Che, der schon früh erkennt, dass er keine Chance hat, eine Kapitulation nicht in Frage. Genau in dieser Unbeirrbarkeit liegt letztlich der Schlüssel zu Soderberghs Projekt. Darin kann sich der Filmemacher, der trotz all seiner Erfolge immer gegen den Strom geschwommen ist, ohne Frage wiedererkennen.Regisseur Steven Soderbergh schwimmt gegen den Strom

Aus dieser Nähe zwischen dem Regisseur und dem ewigen Revolutionär erwächst in "Che - Guerilla" eine Spannung, die Soderbergh in "Revolucion" bewusst vermieden hat. Der zweite Teil ist eben nicht nur der dichtere und düstere der beiden Filme. Er wirkt auch konventioneller.

Che Guevara als Mann am Ende seiner Kräfte

Zum einen rückt Che nun viel stärker in den Mittelpunkt des Geschehens. Immer wieder zeigen Soderbergh und del Toro ihn als einen Mann am Ende seiner Kräfte und Möglichkeiten, der aber weiterhin geradlinig sein Ziel verfolgt, und wenn es ihn sein Leben kostet. Zugleich gewährt Soderbergh diesmal auch Ches Gegenspielern erstaunlich viel Raum. So entwickelt sich der Film schließlich sogar zu einer Art Thriller, dessen Ausgang allerdings von Anfang an feststeht.

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