Duisburger Künstler stellt an der Emscher-Mündung aus

Emscherkunst.2013

Die Mündung der Emscher in den Rhein bei Dinslaken ist an Hässlichkeit kaum zu übertreffen. Ein gigantisches Betonbauwerk kanalisiert einen Wasserfall, der noch dazu leicht nach Kloake müffelt. Ausgerechnet hier wird der Duisburger Künstler Reiner Maria Matysik zur Groß-Ausstellung „Emscherkunst.2013“ ein poetisches Wolken-Kunstwerk schaffen.

DISNLAKEN

von Von Bettina Jäger

, 05.04.2013, 17:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rainer Maria Matysik macht Wolken.

Rainer Maria Matysik macht Wolken.

Eine weitere Attraktion wird auf der Brücke über die Emschermündung stehen: eine „Sphäre“ aus silberfarbenem Kunststoff, in dem der Künstler über sein Projekt informiert. Die Energie für das Projekt soll nämlich nicht aus der Steckdose kommen, sondern wird durch eine (noch zu bauende) neue Wasserkraftschnecke in der Kläranlage Bottrop der Emschergenossenschaft erzeugt. Insgesamt findet die Emscherkunst, die vom 22. Juni bis 6. Oktober rund 30 Kunstwerke entlang des Flusses präsentiert, diesmal weit im Westen statt. Unweit der Emschermündung haben deshalb die Bauarbeiten für ein neues Infozentrum schon begonnen. Der „Emschermündungshof“ wird während der Ausstellung als Besucherzentrum dienen. „RevierRad“ wird dort Fahrräder verleihen und die Initiative „sevengardens“ einen Garten anlegen.

Besucher der Emscherkunst dürfen hier übernachten – in Zelten des berühmten Künstlers Ai Wei Wei, die man für eine Nacht ausleihen kann. Ebenfalls in Dinslaken baut die Gruppe „West 8“ ein Brückengeländer, das nur aus der Luft gesehen das Wort Emscher ergibt. Auch nach dem Ende der Ausstellung wird der Emschermündungshof bestehen bleiben und die Besucher über den 4,5 Milliarden teuren Umbau des Emschersystems informieren. Denn ab Herbst 2013 baut die Emschergenossenschaft für 50 Millionen Euro eine neue, naturnahe Emschermündung. Das Planfeststellungsverfahren läuft. Ab 2017 werden wieder Fische vom Rhein in die Emscher schwimmen können. Das hässliche „Absturzbauwerk“ wird als ein Relikt der Industrie-Geschichte stehen bleiben.

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