Durch Fußball Brücken schlagen: "Julius-Hirsch-Cup" am Heisenberg-Gymnasium

EVING Jahrelang trug es den Namen "Mädchen-Masters". In diesem Jahr jedoch, anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Staates Israel, entschieden sich die Verantwortlichen des Heisenberg-Gymnasiums, ihr Fußball-Turnier für Schülerinnen in "Julius-Hirsch-Cup" umzutaufen.

01.07.2008, 15:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sie fahren im Herbst nach Netanya: die Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Heisenberg-Gymnasiums.

Sie fahren im Herbst nach Netanya: die Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Heisenberg-Gymnasiums.

Von 1911 bis 1913 war der jüdische Fußballer Julius Hirsch auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Zweimal hielt er den Meisterschaftspokal in den Händen und lief siebenmal im Trikot der deutschen Nationalmannschaft auf, bevor er 1942 nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurde und nie zurückkehrte. Ihm zu Ehren rief der Deutsche Fußball-Bund 2005 den Julius-Hirsch-Preis ins Leben, der an Sportler mit besonderem Einsatz für Toleranz und Menschenwürde verliehen wird.

Begegnungsprojekt in Israel

Das Heisenberg-Gymnasium an der Preußischen Straße pflegt bereits seit 20 Jahren eine Schulpartnerschaft mit der Tchernikovsky-Highschool in Netanya - Dortmunds israelischer Partnerstadt. Beim neuen Julius-Hirsch-Cup der Schule - ehemals "Mädchen-Masters" - handelt es sich um ein traditionelles Fußball-Turnier für Mädchen-Schulmannschaften aus dem Raum Dortmund und Lünen. Dieses stand diesmal ganz im Zeichen der deutsch-israelischen Freundschaft. Die Siegerehrung wurde von Jassica Isa, die familäre Wurzeln in Bethlehem hat, und Olga Fidel - Mitglied der jüdischen Gemeinde - durchgeführt. Sie überreichten den Siegerpokal an die Schülerinnen des Heisenberg-Gymnasiums, die sich im Finale gegen das Team des Heinrich-Heine-Gymnasiums durchsetzen konnte. Dritte wurden die Mädchen der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule aus Lünen, die im Spiel um Platz drei die Mannschaft der Heinrich-Böll-Gesamtschule bezwang.

Sport zur Völkerverständigung

Darüber hinaus plant das Heisenberg-Gymnasium eine besondere Aktion im Oktober. Dann fährt erneut eine Gruppe der Jahrgangsstufe 12 zum Schüleraustausch nach Netanya. Dort wollen die 17 Jungen und Mädchen im Friedenscamp "Tent of Nations" in der Nähe von Bethlehem am dortigen Julius-Hirsch-Cup zwischen deutschen, israelischen und palästinensischen Schülern teilnehmen. Auch soll es dort ein Zusammentreffen mit dem deutschen Rekord-Nationalfußballer Lothar Matthäus geben, der der neue Trainer des israelischen Erstligisten Maccabi Netanya ist.

Der verantwortliche Sportleher Peter Büsken ist stolz auf das Engagement seiner Schule: "Der Sport - und ganz besonders der Fußball - kann dabei helfen, Brücken zu schlagen und Freundschaften zu knüpfen. Ich bin froh, dass er eine so große Rolle bei unserem Begegnungsprojekt spielt."