E-Book ist noch keine Bedrohung

Buchhandel

BOCHUM Das E-Book ist spätestens seit den letzten Buchmessen zwar DAS beherrschende Thema der Buchbranche. Als marktumwälzende Bedrohung wird es jedoch noch nicht wahrgenommen. Dieser Tenor herrschte zumindest auf dem Landesverbandstag des Börsenvereins des deutschen Buchhandels NRW vor, der am 14. Mai in Bochum stattfand.

von Von Max-Florian Kühlem

, 14.05.2009, 18:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das E-Book hat sich bisher als Papiertiger erwiesen. Gefährlich ist es dem Buchhandel noch nicht geworden.

Das E-Book hat sich bisher als Papiertiger erwiesen. Gefährlich ist es dem Buchhandel noch nicht geworden.

"Die Geräte, die momentan auf dem Markt sind, sind teuer und taugen nichts", befand da Landesverbands-Vorsitzender Stefan Könemann. Zu dieser Einschätzung passt die Erfahrung der Mülheimer Buchhändlerin Ursula Hilberath, die die Neuerung bereits kurz nach dem Erstverkaufstag im März in ihrem Laden im Stadtteil Saarn präsentierte: "Bisher haben wir nur zwei Stück verkauft, die Kunden reagieren eher ablehnend." Die jetzige Generation der Lesegeräte sei vor allem für Vielreisende geeignet, die Unterhaltung suchen, keinesfalls etwa für wissenschaftliche Textarbeit: Weil man sich weder Notizen machen noch Textstellen zusammenstellen könne.Börsenverein schult seine Mitglieder

Der Börsenverein NRW will trotzdem auf alle Entwicklungen vorbereitet sein, schult seine über 1300 Mitglieder und hält mit der Beteiligung am Internetportal Libreka selbst knapp 105 000 gescannte Buchtitel bereit, von denen zwölf Prozent als E-Book zu haben sind.Hehlerei im Internet?

Für ein großes Problem hält die Vereinigung hingegen die Aufweichung des Urheberrechts im Internet. "Internet-Tauschportale wie Pirate Bay sind gewerbsmäßige Hehler", sagt Könemann, "die auch die Buchbranche bedrohen." Der Internet-Riese Google wiederum scannt ganze Bibliotheksbestände, vorgeblich, um vergriffene Titel anbieten zu können. Doch es ist kein Geheimnis, dass der Konzern im E-Book-Geschäft Fuß fassen will. Gegen das Google-Settlement, einen in den USA getroffenen Vergleich mit Verlagen und Autorenvereinigungen, der auch für den deutschen Markt gilt, will der Börsenverein gemeinsam mit dem Rechtehüter VG Wort vorgehen.