Ebola-Verdacht: Mann aus Bochum auf Isolierstation

Nach Düsseldorf verlegt

Ebola-Alarm am Sonntagabend in Bochum: Am späten Abend hat sich ein Patient aus Guinea mit schweren Krankheitssymptomen im St. Elisabeth-Hospital in der Bochumer Innenstadt gemeldet. Die Polizei riegelte das Gelände ab. Ob sich der Ebola-Verdacht bestätigt, soll am Nachmittag feststehen.

Bochum

, 04.05.2015, 08:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da der Verdacht besteht, dass sich der Mann mit der hoch ansteckenden Ebola-Virus infiziert hatte, wurde er noch am Abend mit einem Spezialtransport auf die Sonderisolierstation der Düsseldorfer Uniklinik verlegt. Sechs Fahrzeuge der Feuerwehr Düsseldorf holten den Mann am Sonntagabend ab und brachten ihn in einem Spezial-Rettungswagen in die Klinik nach Düsseldorf.

Die Düsseldorfer Klinik gehört mit ihrer Quarantänestation zu den sieben deutschen Krankenhäusern, die für den absoluten Ernstfall vorbereitet ist und ist die einzige dieser Art in Nordrhein-Westfalen. "Eine Gefährdung der Bevölkerung durch den Transport und die Behandlung des Patienten kann nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen werden", erklärte der Gesundheitsdezernent der Landeshauptstadt, Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke. 

Erhöhte Alarmbereitschaft

Ob der Mann wirklich an Ebola erkrankt ist, sei derzeit noch unklar, wie eine Sprecherin der Düsseldorfer Klinik am Montagvormittag mitteilte. Eine genaue Diagnose stehe noch aus und werde derzeit von der Uniklinik in Zusammenarbeit mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg erstellt. Mit einem endgültigen Befund sei frühestens am Montagnachmittag zu rechnen. Solange bestehe erhöhte Alarmbereitschaft.

Wie die Sprecherin weiter erklärte, erfülle der Mann die für Ebola typischen Krankheitssymptome, die das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin vorgibt. So leide er unter anderem über hohes Fieber, zudem habe er in Guinea in einem Endemiegebiet Kontakt zu einer - möglicherweise an Ebola - erkrankten Person gehabt und befinde sich noch in der Inkubationszeit. "Dem Mann geht es den Umständen soweit aber gut", sagte die Sprecherin. Guinea zählt mit Sierra Leone und Liberia zu den am stärksten von der Ebola-Epidemie in Westafrika betroffenen Staaten.  

Hochmoderne Station

Die Uniklinik in Düsseldorf verfügt den Angaben zufolge über eine hochmoderne und von der Außenwelt völlig abzuriegelnde Station. Es sei höchste Sicherheit gewährleistet, so die Klinik. Eine komplette intensivmedizinische Betreuung inklusive künstlicher Beatmung und Dialyse der Patienten ist möglich.

In der Son­derisolierstation könne zudem unter anderem eine vollständige Abschirmung des Sicherheits­bereichs sowie eine Steuerung der Luftströme durch mehrere gestaffelte Unterdruckstufen vorgenommen werden, um einen Übertritt gefährli­cher Keime in die Umgebung sicher zu vermei­den", teilte die Klinik weiter mit. Ein "vollständiger Schutz der Patienten, der Besucher und des behandelnden Personals" sei gewährleistet".

Bochumer Klinik desinfiziert

Der Patient hatte sich am Sonntag im St. Elisabeth-Hospital in der Bochumer Innenstadt gemeldet. Wegen seiner auffälligen Symptome "wurde er umgehend isoliert, und die höchsten Sicherheitsvorkehrungen wurden getroffen", wie Christoph Hanefeld, ärztlicher Geschäftsführer der Klinik, am Montag bestätigte. Anschließend habe die Klinik umgehend Kontakt zum städtischen Gesundheitsamt aufgenommen. "Es gibt konkret erarbeitete Ablaufpläne, die wir eingehalten haben", so Hanefeld. Das Personal war entsprechend geschult und informiert.

In der Nacht zu Montag sei der Mann schließlich nach Düsseldorf gebracht worden. Die betroffenen Bereiche in der Bochumer Klinik seien daraufhin desinfiziert worden. "Eine Gefahr für die Patienten gab es nicht", sagte Hanefeld. Mittlerweile laufe wieder der Normalbetrieb.