Edelstahlfiguren ziehen in die Dasa ein

Arbeitswelt Ausstellung

Die "Ruhr-Figuren" sind 2,50 Meter hoch und 50 Zentimeter breit. Geschaffen wurden sie für die Kulturhauptstadt "Ruhr 2010" - jetzt finden einige von ihnen den Weg in die Dasa und sollen dort zum Nachdenken anreden.

DORSTFELD

von Von Sebastian Schulte

, 30.04.2013, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Edelstahlfiguren ziehen in die Dasa ein

Der Dortmunder Künstler Wolfgang Schmidt zeigt derzeit einen Teil seiner »Ruhr-Figuren« in der Dorstfelder Dasa.

Jetzt haben 50 „Ruhr-Figuren“ ihr neues Domizil in der Dasa bezogen. Bis zum 12. Mai werden sie dort zu sehen sein. „Kunst in der Dasa ist nichts Neues“, sagt Sammlungsleiter Marcus Starzinger. „Doch Kunst ist nicht nur Dekoration.“ Das Ziel: Die Figuren sollen das Verhalten von Besuchern in einer Ausstellung imitieren. So stehen fünf Skulpturen vor einer Kleiderfassade und scheinen von oben herab auf zwei Büsten zu blicken: die von Bismarck und die von Bebel, die sich gegenseitig anstarren. Die stählernen Besucher staunen, entdecken und interagieren mit den Ausstellungsobjekten – so wie das die echten, menschlichen Besucher auch tun. Dabei ergeben sich durchaus Kontraste. Etwa in der Druckerei: Figuren aus Edelstahl hier, Letter aus Blei dort. Oder in der Stahlhalle der Dasa: Sechs Skulpturen umrunden eine Uhr, die fünf vor zwölf zeigt und eingerahmt ist von Fotos, auf denen ein Stahlabstich zu sehen ist. Daneben liegt das verrostete Führerhaus des Tanklastzugs, der 1987 in Herborn (Hessen) nach einem Unfall explodiert ist. Sechs Menschen kamen dabei ums Leben. „Der Fahrer überlebte wie durch ein Wunder“, erinnert Marcus Starzinger. Eine kleinere Figur hat Künstler Schmidt im Führerhaus eines intakten Lasters versteckt. Sie wirkt wie ein Mahnmal.

Die meisten Besucher werden wohl in der Dasa eher zufällig über die „Ruhr-Figuren“ stolpern – und sich dann intensiver mit ihnen beschäftigen. Ihr Schöpfer hat die Arbeitswelt-Ausstellung bewusst als Partner auserwählt: „Wir haben den Künstler machen lassen“, sagt Dasa-Chef Starzinger. Daher sind auch die Standorte in den Hallen nicht fix, sondern durchaus dynamisch. Denn nur wenige Figuren befinden sich noch am angestammten Platz. Die außergewöhnliche Verbindung aus Kunst und Arbeitswelt ist so nur in der Dasa zu bestaunen. 

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