Ehemaliger Höhlenbewohner zu Gefängnisstrafe verurteilt

Als Drogenkurier aufgegriffen

Sozialarbeiter, Lehrer, Pflegeeltern: Wahrscheinlich haben sie alle ihr Bestes getan. Doch ihr Engagement wurde nicht belohnt. Nach fünf Verurteilungen muss ihr inzwischen 31-jähriger Schützling nun doch ins Gefängnis. Selbst das Leben in einer Höhle konnte den Mann nicht bekehren.

BOCHUM

von Von Jörn Hartwich

, 03.08.2011, 05:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Sein Auftritt in der Gußstahlstraße war offenbar so auffällig, dass die Polizei ihn sofort kontrollierte. Und siehe da: In einer Jogginghose, die der 31-Jährige unter der Jeans trug, fanden sie Marihuana und Amphetamin. Die Verurteilung war der traurige Tiefpunkt eines unruhigen Lebens. Der Angeklagte ist bei Pflegeeltern aufgewachsen, zog dann von Kinderheim zu Kinderheim.

Am Ende sahen die Sozialarbeiter wohl keinen anderen Ausweg mehr, steckten ihn in ein Flugzeug und brachten ihn zur Kanareninsel La Gomera. „Da haben wir 18 Monate in einer Höhle am Strand gelebt“, sagte der Angeklagte den Richtern. Anschließend nahm ihn ein niederländischer Ex-Rektor einer Schule für schwer erziehbare Jugendliche bei sich auf. Doch auch in Holland konnte der Angeklagte nicht bleiben – wegen der Schulpflicht. Zurück in Bochum kam er jedoch gar nicht mehr zurecht. Vor seiner Festnahme war er obdachlos, schlief in einem Zelt.