Ehepaar aus Münster verschenkt kostbare Droste-Sammlung

300 Werke für Droste-Stiftung

Was für ein Entschluss: Das Ehepaar Folkerts aus Münster schenkt der Droste-Stiftung seine kostbare Sammlung mit 300 Werken zu Annette von Droste-Hülshoff. Die Sammlung ist 100.000 Euro wert.

MÜNSTER/HAVIXBECK

von Von Heiko Ostendorf

, 09.09.2013, 16:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Liselotte und Helmut Folkerts übergeben Dr. Barbara Rüschoff-Thale (Mitte) ihre Sammlung: Stellvertretend Otto Pankoks Holzstich »Die junge Droste - lieblich«.

Liselotte und Helmut Folkerts übergeben Dr. Barbara Rüschoff-Thale (Mitte) ihre Sammlung: Stellvertretend Otto Pankoks Holzstich »Die junge Droste - lieblich«.

„Wir können die Bildnisse und Kunstwerke in Ausstellungen und für die Neugestaltung der Museumsräume sehr gut verwenden", verspricht die Stiftungsvorsitzende und Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) Dr. Barbara Rüschoff-Thale. Die Sammlung sei in diesem Umfang einzigartig. Sie bestehe aus Illustrationen, Darstellungen der beiden Wohnorte sowie Porträts der Dichterin. Darunter so bekannte Künstler wie Otto Pankok. Sein Holzschnitt zeigt eine junge Frau mit fast wild lockigem Haar und geröteten Wangen. Viele Bilder zeigen die Droste sehr ernst, meint Folkerts. „Doch auf diesem Porträt ist sie lieblich zu sehen.“ Daher auch der Titel: „Die junge Droste – lieblich“. Doch besonders am Herzen liegt der Sammlerin eine Grafik von Otmar Alt, der mit kunterbunten Skulpturen berühmt geworden ist. 1985 haben die Folkerts den Maler kennengelernt und bei ihm ein Rüschhaus-Bild in Auftrag gegeben.

„Als wir das Bild bekamen, war das ein Schock“, erinnert sich Folkerts. Mit strengen, eng zusammenstehenden Augen hat der Künstler die Dichterin auf Papier gebannt. Die Haare der Droste sind blau, rot, grün und gelb. Ein Potpourri der Maler-Palette. „Doch wir haben uns schnell damit angefreundet.“ Die Sammlung enthält auch eine Plastik von Werner Benkhoff, die die „Judenbuche“ zeigt. Die Szene zeigt das drastische Selbstmord-Finale in der Buche: „Der arme Mensch wird gerade abgenommen“, beschreibt Folkerts mit melancholischer Stimme. „Die Sammlung ist bemerkenswert und eindrucksvoll zu gleich“, schwärmt Rüschoff-Thale. Denn Folkerts hat nicht nur Kunst gesammelt, sondern auch akribisch die Geschichten der Werke und die Biografien der Künstler am Computer festgehalten. Und sie will auch trotz des Alters nicht aufhören. „Ich bin im Beirat der Stiftung für Kunst zuständig, das ist meine Aufgabe.“