Eile mit Weile: Frankreich ist einfach zu schön

Neu im Kino

Als hätte das Amt für Touristik den Film gesponsert. "Paris kann warten" ist eine sommerliche Reise von der Côte d’Azur durch die Provence und das Burgund nach Paris. Unser Reiseleiter hat zu allem etwas zu sagen, Landschaft, Schlösser, regionale Küche. Er preist den Wein, er lobt den Fisch, kennt jeden Käse und jeden Küchenchef.

16.07.2017, 15:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Auto streikt, da machen sie eben ein Picknick: Diane Lane als Anne und Arnaud Viard als Jacques

Das Auto streikt, da machen sie eben ein Picknick: Diane Lane als Anne und Arnaud Viard als Jacques

"Paris kann warten" ist das Spielfilmdebüt einer 81-Jährigen, die einen berühmten Namen trägt, nämlich Eleanor Coppola, Frau von Francis Ford Coppola, Mutter von Sofia. Bisher hat sie Dokus gedreht, zu Projekten ihrer filmschaffenden Verwandtschaft. Nun feiert sie Frankreichs savoir-vivre, die Kunst zu leben und zu genießen, und wir dürfen annehmen, dass die Regisseurin eine Freundin französischer Lebensart ist.

Gefährten aus Zufall

Die Kamera schwenkt Käsetheken und Wursttresen ab. Im Restaurant schauen wir auf die Teller, während Jacques (Arnaud Viard) seiner Begleiterin Anne (Diane Lane) verklickert, warum sie diesen Tropfen dazu probieren muss.

Aus Zufall wurden Jacques und Anne zu Gefährten. Sie ist die Frau eines Filmproduzenten (Alec Baldwin), er dessen Kompagnon. Als sich in Cannes abzeichnet, dass Anne für den Flieger nicht reisetauglich ist, fährt Jacques sie nach Paris.

Karikatur eines Filous

Ein Roadmovie mit einem Hauch von Romanze. Durch die Blume macht der quasselnde Charmeur der Dame den Hof. Jacques ist die Karikatur eines französischen Filous, der für das Essen und die Frauen lebt.

Milder Spott und feine Ironie tragen eine Story, die aus Postkartenmotiven und Kulinarischem besteht. Dramaturgisch lau, unterhält der Film aber mit dem Charme einer zwinkernden Sommerkomödie, durchaus gewinnend.

Lesen Sie jetzt