Ein Abend für eine Frau mit großem Herz - Tana Schanzara

BOCHUM Ein letzter Applaus für Tana Schanzara: Stehend klatschte Elmar Goerden, stehend klatschten die 800 Zuschauer. Und so mancher hatte seinen Blick in den Theaterhimmel gerichtet, erfüllt von zweieinhalb Stunden voller Erinnerungen an eine einzigartige Frau.

von Von Ronny von Wangenheim

, 05.03.2009, 17:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tana hätte es gefallen. Trauerfeiern waren ihr Ding nicht. Trotz aller Wehmut - es wurde viel gelacht am Mittwoch abend im Schauspielhaus. Filmausschnitte Da wurden die Rollen der Revier-Duse noch einmal präsent, gab es so manche Anekdote, zeigten Filmausschnitte auch von Interviews, dass die Schauspielerin "ein selbstloses Herz, eine unbekümmerte Schnauze, ein Stück Seele" war, wie Goerden bekannte.Honnelore Hoger

Manch Raunen ging durch die Zuschauerreihen, als der Intendant die Gäste ankündigte: Hannelore Hoger, Traugott Buhre, seinen Vorgänger Matthias Hartmann - alle drei haben in Bochum große Erfolge gefeiert.

"Die lieben mich ja!"

Während Hannelore Hoger "für meine wunderbare Kollegin mit ihrem großen Sinn für Humor" das "Beleuchtermilieu" von Tucholsky las, erinnerte Traugott Buhre mit Peter Turrinis Rede über Tana, dass die Bochumer Schauspielerin an der Wiener Burg unverhoffte Triumphe feierte in einer Rolle, die keiner der vornehmen Wiener Damen übernehmen wollte. Fast ungläubig hatte Schanzara dem Autor Turrini bei der Uraufführung nach dem zehnten Vorhang zugeraunt: "Die lieben mich ja".Ganz große Liebesaffäre

Eine "ganz große Liebesaffäre" hatte Matthias Hartmann mit Tana Schanzara, so bekannte der Intendant des Züricher Schauspielhauses, den an alter Wirkungsstätte die Wehmut überkam: "Ach ist das schön, hier zu sein". Die Affäre begann, als Hartmann nach der ersten Ensembleversammlung aufgeregt und unsicher zurück blieb. "Da wackelte Tana zu mir nach vorne und sagte: Matti, mach dir keinen Streß. Das wird schon." Für Hartmann ist Tana Schanzara "die Schutzpatronin Bochums".Hommage an alle Großmütter

Pianist Alfons Nowacki ("Ich war der Schatten einer Dame") gab so manche Anekdote preis und rief mit "Komma schomma nache Omma" unter großem Beifall Schanzaras Hommage an alle Großmütter und Bergarbeiterwitwen in Erinnerung.

Viel mehr gab es zu erleben. Johann von Bülow schlüpfte noch einmal in das Kostüm des Pausen-Polizeihühnchen aus "Mendy das Wusical", in dem Schanzara eine Kuh gemimt hatte. Peter Jordan und Gil Mehmert schickten eine Videobotschaft und Burghart Klaußner legte ein "Honey Pie" auf die Bühnenbretter, dass es das Publikum, darunter auch OB Dr. Ottilie Scholz und Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, nur so umriss.