Ein Blog über das Leben im Westend

Stadtteil-Geschichten

"Stadtschreiberin" lautet Dorte Hunekes offizielle Beziechnung. Für die Agentur Stadtumbau bloggt die Zugezogene seit etwas mehr als einem Monat aus dem Westend. Mit einem frischen Blick auf die Dinge versucht sie, vom Begriff "Problemviertel" wegzukommen.

WESTEND

, 26.08.2014, 14:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Blog über das Leben im Westend

Dorte Huneke bloggt als Zugezogene über ihren Stadtteil, das Bochumer Westend.

In ihrem Blog porträtiert Dorte Huneke seit Juli laufend das Westend und seine Bewohner. Als Problemviertel würde der Stadtteil abgestempelt, sagt sie. „Wenn ich Menschen aus anderen Bezirken erzähle, dass ich in Stahlhausen wohne, reagieren sie überrascht bis geschockt.“ Erste Assoziationen seien oft der hohe Migrationsanteil, eine sozial- und bildungsschwache Bevölkerungsschicht und die unvollkommene Infrastruktur.

Auf die Idee mit dem Blog kam eine Kollegin. Dorte Huneke schlug das Projekt dann der Innovationsagentur Stadtumbau vor, die an der Infrastruktur des Westends arbeitet. „Als Zugezogene blicke ich ganz unvoreingenommen auf das Viertel“, sagt die freie Journalistin. Wegen der Liebe kam sie her. Schnell lernte sie die Menschen im Westend kennen, kam mit ihnen ins Gespräch. „Ich bin zum Beispiel auch in eine Bäckerei gegangen und habe dort die Menschen angesprochen“, sagt die Bloggerin. „Da hat man dann Glück – oder eben nicht.“ Sie hatte Glück. Schnell entstanden die ersten Kontakte. Wie zu Elif, ohne die es den Gremme-Spielplatz nicht gäbe. „Das sind Menschen“, erklärt Huneke, „die haben Energie, packen die Probleme an.“ Das Wort Problemviertel hört sie nicht gern. „Für die Menschen hier ist das kein Problemviertel. Sie wohnen hier eigentlich gern, weil jeder jeden kennt, wie auf einem Dorf.“

Kreativviertel, diese Bezeichnung sei ihr lieber. Weil das Westend voller kreativer Menschen und ihrer Ideen sei. Vor allem auf diese Einstellung sei Dorte Huneke gestoßen. Dafür muss sie hinhören, wenn die Westendler sich etwas erzählen. Sie geht durch die Straßen ihres Viertels, das viele mit der New Yorker Bronx vergleichen. „Sicher gibt es hier Probleme“, räumt die Stadtschreiberin ein, „aber ich versuche, weniger darauf zu hören, und vielmehr herauszufinden, was sich aus dem, was wir hier haben, machen lässt.“

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