Ein engagiertes Leben

Trauer in Bochum

BOCHUM Es war einer seiner letzten großen Auftritte. Schon sichtbar von seiner Krankheit gezeichnet nahm Klaus Steilmann im März den Steiger Award entgegen. Und zeigte sich doch unverändert kämpferisch und streitbar. Jetzt ist Klaus Steilmann gestorben.

15.11.2009, 19:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Klaus Steilmann 1996 in einer Fabrikationshalle seines Unternehmens in Wattenscheid.  <p></p> dpa</p>

<p>Klaus Steilmann 1996 in einer Fabrikationshalle seines Unternehmens in Wattenscheid. <p></p> dpa</p>

Er hat sich stets engagiert - für sein Modeunternehmen, aber auch für die Menschen, die für ihn arbeiteten, für den Sport und für seine Heimatstadt Wattenscheid. Wo überall er sich eingesetzt hat, wo überall er geholfen hat - das lässt sich kaum aufzählen. Etwa 100 Millionen Euro, so schätzte Laudator Werner Hansch bei der Steiger Award Verleihung, habe der Wattenscheider allein in den Sport investiert. Aber auch Schulen, Hochschulen und die Kultur profitierten von seinem Engagement.

So war am Wochenende die Trauer groß, als die Nachricht von Klaus Steilmanns Tod bekannt wurde. Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert betonte, Steilmann sei nicht nur ein großer Unternehmer, sondern auch eine Persönlichkeit, die vorbildlich unternehmerisches und bürgerschaftliches Engagement verband. Dies gelte nicht nur für seine "geradezu legendäre Aktivität" im Sport, sondern auch für sein gesellschaftspolitisches Engagement in seiner Heimatstadt Wattenscheid. Fast 20 Jahre gehörte Steilmann dem CDU-Kreisvorstand an. "Für ihn hatten soziale Verpflichtungen immer Vorrang vor privaten wirtschaftlichen Interessen", stellte die CDU gestern noch einmal heraus.

Eingemeindungsgegner Auch der Heimat- und Bürgerverein trauert. "Wattenscheid verliert eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise für die Belange Wattenscheids eingesetzt und durch ihr Wirken das Ansehen Wattenscheids gefördert hat", betonte gestern HBV-Vorsitzender Klaus-Peter Hülder. Unvergessen ist, wie sich der Vater von drei Töchtern in den 70er Jahren gegen die Eingemeindung Wattenscheids wehrte, damals sogar aus protest für seine Fahrzeuge Essener Kennzeichen wählte.

Viel hat der Sport Klaus Steilmann zu verdanken. Er selbst stand bis ins hohe Alter auf dem Fußballplatz. Mittwochs und samstags, wenn er mit den "Steilmännern 1" spielte, diese Tage waren ihm heilig. Selbst geschäftliche Termine verlegte der passionierte Fußballer, um seine Mannschaft als Torjäger zu verstärken. "Sein Tod ist für mich persönlich aber auch für den Verein ein großer Verlust," erklärte Christoph Jacob, Vorsitzender der Sportgemeinschaft: "Er war eine große Persönlichkeit, der auch als Großunternehmer seine menschliche Seite nie verloren hat. "

Werner Altegoer, Aufsichtsratsvorsitzender des VfL Bochum, zeigte sich ebenfalls tief betroffen: "Er war ein toller Gesprächspartner und Mensch, der in allen Bereichen des Lebens interessiert und engagiert war."

Auch den Leichtathleten und Rhythmischen Sportgymnastinnen des TV Wattenscheid 01 war er väterlicher Freund. Die Leichtathleten führte er als Präsident an, später wurde er Ehrenpräsident. Steilmann hatte entscheidend Anteil, dass in Wattenscheid der Olympiastützpunkt entstand. Auch die "kleineren" Wattenscheider Vereine fanden bei ihm ein offenes Ohr und Unterstützung zur Lösung ihrer Probleme.