Ein geschichtliches Dokument aus Dortmunder Stahl

Torgauer Brücke

Ein Stück deutscher Geschichte steht mitten in Hörde. Die Torgauer Brücke ist ein Dokument für das Ende des zweiten Weltkriegs. Ein Teil des Bauwerks hat es bis in die Nortkirchenstraße geschafft - und ist dort etwas versteckt.

HÖRDE

von Von Jörg Bauerfeld

, 29.12.2010, 15:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nackter Stahl mit historischem Wert: Ein Teil der Torgauer-Brücke, die ein Symbol für das Ende des 2 Weltkriegs ist, steht in Hörde.

Nackter Stahl mit historischem Wert: Ein Teil der Torgauer-Brücke, die ein Symbol für das Ende des 2 Weltkriegs ist, steht in Hörde.

In Torgau wurde sie im Jahr 1880 errichtet. Im Jahr 1994 musste das historische Bauwerk einer neuen, modernen Brücke weichen. Berühmt wurde die alte Torgauer Brücke durch ein Foto, das um die Welt ging. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges reichten sich auf ihr amerikanische und russische Soldaten die Hand: Die Alliierten hatten Deutschland komplett eingenommen. Aber was hat nun ein solches Stück genieteter Stahl mit Dortmund, genauer gesagt mit Hörde, zu tun? Ewald Rüter, der an der Nortkichenstraße (in Nachbarschaft mit der EDG) die Firma Rüter-Stahlbau betrieb und das Stück Stahl nach Hörde holte, liefert die Begründung. „Der Stahlbogen der Torgauer Brücke wurde in Dortmund hergestellt. Aus Dortmunder Stahl. Sie stammt aus den Werkstätten der Dortmunder Union Brückenbau“, so der gelernte Schlosser, der in eben diesem Betrieb auch seine Lehrzeit absolvierte. „Als ich 1994 von der Sprengung der Brücke erfuhr, versuchte ich zumindest ein Stück nach Dortmund zu holen.“ Das Unternehmen gestaltete sich schwieriger als erwartet. Denn zunächst musste der Sächsische Landtag sein Okay geben und auch das Torgauer Straßenbauamt musste dem Abtransport zustimmen.

Schließlich, am 10. Juni 1995, wurde das Teilstück der Brücke auf dem Firmengelände aufgestellt. „Es ist ein echtes Denkmal“, so Heimatforscher Willi Garth. „Leider steht es so versteckt, dass kaum jemand davon Beachtung nimmt.“ Um das gute Stück, das im Übrigen die selbe Nietenkonstruktion wie der Eiffelturm in Paris aufweist, besser betrachten zu können, wurde in den Zaun um das Firmengelände eine Plexiglasscheibe eingelassen.

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