Ein Held eroberte aus Dortmund und Hagen die Welt

Johan Botha ist tot

Das Theater Hagen war für ihn das Sprungbrett an die Weltspitze: Johan Botha war einer der größten Heldentenöre unserer Zeit. Gestern ist er mit 51 Jahren nach langer, schwerer Krankheit gestorben.

DORTMUND

, 08.09.2016 / Lesedauer: 2 min
Ein Held eroberte aus Dortmund und Hagen die Welt

Johan Botha als Don Carlos bei den Salzburger Festspielen

2014 wurde der Südafrikaner bei den Bayreuther Festspielen als Siegmund im Petrenko-Ring noch gefeiert. Seinen ersten Auftritt auf dem Grünen Hügel hatte er 1990 im Festspielchor. 1991 bekam er ein Engagement am Theater Hagen, sang dort Pinkerton und Don José und begeisterte alle.

Von Hagen ging Botha ans Theater Dortmund und nach Bonn. Über die Wiener Staatsoper (1996) führte sein Weg dann in alle großen Opernhäuser.

Stargast beim Dortmunder Opernball

Ans Theater Dortmund kehrte Botha 2006 noch einmal zurück - als Stargast des Opernballs. Eine hinreißenden Gralserzählung aus Wagners "Lohengrin" sang er dort und gab dem Abend auch mit dem "Nessun dorma" aus Puccinis "Turandot" Glanz.

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Mit 13 Jahren bekam der Tenor in Südafrika den ersten Gesangsunterricht. 1989 gab er als Max in Webers "Freischütz" in seiner Heimat sein Debüt auf der Opernbühne.

Rückkehr auf die Bühne in Budapest

Wegen seines zuletzt schlechten Gesundheitszustands musste Botha viele Auftritte absagen - auch bei den Salzburger Osterfestspielen und an der Wiener Staatsoper. Aber erst im Juni hatte er noch als Siegmund in Wagners "Walküre" in Budapest seine Rückkehr auf die Bühne gefeiert. Und im Herbst wollte er in "Turandot" und "Aida" wieder in der Wiener Staatsoper auftreten.

Botha sang alle großen Partien seines Fachs - er war ein Heldentenor mit einer starken, aber auch sehr weichen Stimme und großer Präsenz, die fehlen wird auf den Opernbühnen der Welt.