Ein Kampf gegen Graffiti und Vandalimus

Bahnhofspaten

IM WESTEN Sechs Bahnhofspaten sind in Dortmund ehrenamtlich im Einsatz. Kümmerer der Station Nette/Oestrich ist seit vier Jahren Karsten Hoch.

21.05.2009, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Karsten Hoch auf einem Rundgang durch den Bahnhof.

Karsten Hoch auf einem Rundgang durch den Bahnhof.

Mein Vater war Lokführer, deshalb habe ich mich schon früh für das Thema interessiert.

Also, jeden Tag längst nicht mehr, weil ich nicht mehr täglich mit der S-Bahn fahre. Ich bin im Schnitt zwei bis vier Mal pro Woche hier. Aber Patrouille laufe ich ganz bestimmt nicht.

Ich schaue mich einfach aufmerksam um. Und wenn ich Missstände entdecke, teile ich sie sofort der Deutschen Bahn per email mit.

Besonders ekelig war der Moment, als ich mir eine Fahrkarte am Automaten gekauft und beim Herausnehmen in eine undefinierbare Flüssigkeit gefasst habe.

Ich befürchte, dass es Urin war.

Schmierereien an den Wänden und Zerstörungen wie eingeschlagene Vitrinen gehören zum Standard. Am schlimmsten ist es nach einem Wochenende. Ich achte aber auch darauf, ob alle Fahrkarten-Automaten funktionieren, Abdeckungen von Regenrinnen fehlen oder Müll herumliegt.

In der Regel reagiert die Deutsche Bahn innerhalb von drei bis fünf Tagen. Dann gibt es beispielsweise einen neuen Anstrich oder Scheiben werden ersetzt. Manchmal dauert es aber auch etwas länger.

Nein, absolut nicht, dafür ist es hier einfach nicht schön genug.

Als ich vor vier Jahren damit angefangen habe, bin ich tatsächlich jeden Tag mit der S-Bahn gefahren. Also habe ich mir gedacht, dass ich mich dann ja auch genau umschauen kann. So viel Arbeit ist das ja nicht.

Nein, das glaube ich nicht. Ich denke, dass Fahrgäste ihren Bahnhof einfach viel besser kennen als Mitarbeiter der Bahn, die nur manchmal vor Ort sind. Außerdem entdeckt ein Bahnhofspate die Missstände viel schneller.

Wir bekommen gelegentlich kleine Präsente und alle Bahnhofspaten wurden schon in den Gelsenkirchener Zoo eingeladen.

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