Ein kauziger Opa Tatterich reist um die Welt

"Der Hunderteinjährige ..." im Kino

Mit dem schrägen Schelmenstück "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" glückte Regisseur Felix Herngren vor drei Jahren ein Kinohit aus Schweden. Ein Opa Tatterich (Robert Gustafsson) stromert durch die Gegend, kommt an einen Batzen Geld und setzt sich nach Bali ab. Nun wartet Herngren mit der Fortsetzung auf:"Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand".

15.03.2017, 18:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Robert Gustafsson als Allan und ein knuffiger kleiner Wegbegleiter

Robert Gustafsson als Allan und ein knuffiger kleiner Wegbegleiter

Nicht nur der Titel ist ein Abklatsch des ersten Films - Teil zwei weist exakt dasselbe Strickmuster auf: unterwegs mit depperten Käuzen, Situationskomik, Abstecher in die Weltgeschichte.

Das Roadmovie von 2014 basierte auf einem Roman von Jonas Jonasson und verströmte trotz kalkulierter Schrulligkeit ein freches Flair von Anarchie. Der Alte macht, was er will. Mit stolzen 100 Jahren da fängt das Leben an, da hast Du Spaß daran!

Das Unerwartete bleibt auf der Strecke

Die Fortsetzung (Regie: Felix und Mans Herngren) basiert nicht auf einem Roman, das Drehbuch fabuliert wild drauflos, im Geiste des Erstlings. Das Moment des Unerwarteten blieb auf der Strecke, die Story bewegt sich in einem Rahmen, der schon abgesteckt ist.

Drei Tunichtguts und ein Affe brechen von Bali zu einer Schnitzeljagd auf. Als Jäger des verlorenen Schatzes wollen sie nach Berlin, wo Allan einst das Geheimrezept für die "Volks-Soda" versteckte, einer Russki-Limonade, die Coca Cola und Präsident Nixon das Fürchten lehrte.

Party mit David Bowie

Volkssoda war eine Waffe im Kalten Krieg und Agent Allan bewegte sich zwischen den Fronten. Rückblenden führen ins Weiße Haus und den Kreml, wo Allan mit Nixon und Breschnew parliert. In Berlin macht er Party mit David Bowie. Alternative Fakten aus der Geschichte sind hier noch das Amüsanteste. Der Rest ist ein Mix aus Räuberpistole und Geheimdienst-Posse, der uns manchmal ein Kichern entlockt. Oder auch nicht, wenn durchschaubare Gags von gewollt naiven Trotteleien zehren.