Ein letzter Sieg für Slawo und Malte

VfL schlägt KSC mit 1:0

Gar keine Frage, dass niemand das finale Ligaspiel verlieren wollte. Die VfL-Heroen Slawo Freier und Marcel Maltritz nicht, die ihre Karriere beendeten, der Trainer nicht, der ein positives Erlebnis in die neue Spielzeit mitnehmen wollte, und erst recht die Mannschaft nicht, der im eigenen Stadion viel zu wenig Erfolgserlebnisse glückten.

BOCHUM

11.05.2014, 19:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Bochumer Paul Freier (linksl) und Marcel Maltritz machten gegen den Karlsruher SC das letzte Pflichtspiel ihrer Karriere.

Die Bochumer Paul Freier (linksl) und Marcel Maltritz machten gegen den Karlsruher SC das letzte Pflichtspiel ihrer Karriere.

Die Wünsche wurden erfüllt. Am Ende stand ein durchaus verdienter 1:0-Sieg über den Tabellenfünften Karslruher SC, der mit einem überraschenden Zahirovic-Kopfballtor amtlich gemacht wurde. Das macht in der Abschlussbilanz 40 Punkte, die zwar ein besseres Ergebnis als in der vergangenen Saison darstellen, trotzdem aber die schlechteste Saisonbilanz in der Bundesligageschichte des VfL bedeuten. Der Sieg zum Abschluss reichte auch nicht, um in der Tabelle noch den FSV Frankfurt zu überholen. Das hätte erhebliche finanzielle Auswirkungen gehabt. Nun allerdings gehen dem VfL Bochum am Ende dieser Saison und auch in der kommenden Spielzeit Bonuszahlungen in einer Gesamthöhe von 730 000 Euro verloren. Geld, das den VfL in seiner Kaderplanung ein kleines Stück weiter gebracht hätte.

Ein Blick in die Zukunft

Am letzten Spieltag der Saison 2013/14 bekamen die Zuschauer im Stadion einen ersten Eindruck davon, wie die Zukunft an der Castroper Straße aussehen kann. Mit Lukas Klostermann, der einen starken Eindruck hinterließ, Henrik Gulden, der die Vorarbeit zum Tor des Tages lieferte, und Onur Bulut standen drei junge Talente aus der eigenen Nachwuchsabteilung auf dem Rasen, die ständige Mitglieder des Bochumer Profkaders werden sollen und den Weg zeigen, den die Bochumer intensivieren wollen.

Der Sonntag gehörte aber noch einmal den Routiniers und langjährigen VfL-Profis Marcel "Magic" Maltritz, Paul "Slawo" Freier und Lukas Sinkiewicz, die im Verlauf ihrer Karrieren an der Castroper Straße Höhen und Tiefen erlebten. "Dass wir jetzt nicht mehr spielen, werden wir wohl erst in den nächsten Wochen richtig realisieren", meinte Abwehrchef Marcel Maltritz und fügte hinzu: "Dieser Nachmittag war schon etwas Besonderes und fing damit an, dass der Trainer eine sehr emotionale Ansprache an die Mannschaft richtete." Und die nahm sich vor - wie es Torschütze Zahirovic später verriet - für Maltritz, Freier und Sinkiewicz unbedingt zu gewinnen.

Zu wenig Heimpunkte

Der Plan ging auf, auch wenn der stets selbstkritische Marcel Maltritz resümierte, dass trotz des fünften Heimsieges von einem versöhnlichen Saisonende keine Rede sein könne. "Dazu haben wir im eigenen Stadion einfach zu wenig Punkte geholt." Ab September wolle er jedoch wieder anpacken und mithelfen, "dass der Verein wieder dorthin kommt, wo er auch hingehört. In die erste Liga." Während Slawo Freier zukünftig Trainerqualifikationen erwerben will, kehrt Maltritz ab September zum VfL zurück und wird Praktikant in der Geschäftstelle.

Unschöne Begleiterscheinung waren gegen Ende des Spiels Kundgebungen der Ultras, die die Entlassung von Trainer Peter Neururer forderten. Die Abstimmung auf der Tribüne verloren sie jedoch deutlich gegen die Mehrheit der VfL-Sympathisanten, die dem Trainer lautstark das Vertrauen aussprachen.