Ein Lied zum 18. Geburtstag von Malala

Musiker startet Charity-Aktion

Er war auf dem Heimweg, als er die Geschichte von Malala Yousafzai und Ausschnitte ihrer Rede vor den Vereinten Nationen im Radio hörte. Sie sprach von Mädchen, die nicht lachen, nicht singen, nicht zur Schule gehen dürfen. „Das hat mich schwer getroffen“, sagt Daniel Basso. Und so machte sich der Musiker daran, ein Lied zu schreiben.

Bochum

, 10.07.2015, 18:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Malala Day“ soll ein Geschenk sein für die jüngste Friedensnobelpreisträgerin aller Zeiten. Die Kinderrechtsaktivistin aus Pakistan, die im Oktober 2012 ein Attentat der Taliban überlebte, wird am Sonntag (12.7.) 18 Jahre alt. „Das Lied gehört ihr“, sagt Basso, einst Mitbegründer der pseudo-polnischen Musik-Comedy-Band „Popolski“, ernst.

Erlös für den Malala Fund

Am Mittwoch (15. 7.) wird es mit einem Video auf der Homepage des Malala Fund veröffentlicht und in verschiedenen Online-Shops zum Kauf angeboten. Dann ist es auch an dieser Stelle zu sehen.

Der Erlös geht komplett an die Organisation, die sich für die Bildung von Mädchen auf der ganzen Welt einsetzt. „Ich bin auch Gesangslehrer und unterrichte Mädchen in Malalas Alter“, schlägt Basso nachdenkliche Töne an. „Es ist für mich unvorstellbar, dass Mädchen, die zur Schule gehen, bedroht und tätlich angegriffen werden.“

Geschichte von Malala in vier Minuten

Zwei Jahre hat der 47-Jährige an dem Song gearbeitet, hat viele befreundete Musiker und Helfer für sein Projekt begeistert. Ein orchestrales Werk mit einem Streicherquartett und Bläsern ist entstanden, eine „stille Hymne der Gleichberechtigung von Frau und Mann“, wie Basso es nennt.

In knapp vier Minuten erzählt das Lied die Geschichte von Malala, Auszüge ihrer Rede vor den UN bilden den dramaturgischen Höhepunkt. „Diese Rede zeigt für mich Wege zum Weltfrieden auf.“

Anfang des Jahres hat Filmproduzent Kai Christiansen an einer Schule, deren Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden darf, ein passendes Video gedreht. Er hatte die Idee, Kinder zu zeigen, die Malalas Geschichte malen. „Jedes Kind wusste genau, worum es ging“, erinnert sich Basso an die „besondere Stimmung“ und die „tiefgründigen Gespräche in den Drehpausen“.

Viel Organisationsarbeit

Rückblickend, sagt der Wattenscheider, war die aufwendige musikalische Produktion dann doch der kleinere Teil der Arbeit. E-Mails schreiben an Hilfsorganisationen, um Auskünfte zu bekommen, telefonieren, organisieren – „da ist viel Zeit verpufft“, gibt der Musiker zu. Doch dann kam eines Tages spät abends die begeisterte Antwort vom „Malala Fund“ aus New York, als die Mitarbeiter das Video gesehen und das Lied gehört hatten.

Von der Veröffentlichung erhofft sich Daniel Basso vor allem eins: Geld. „Das klingt sehr uncharmant, aber das ist das Einzige, womit ich von hier aus helfen kann.“