Ein Ort der Ruhe im Verkehrslärm

Autobahnkirche

BOCHUM Die Epiphanias-Kirche an der Anschlussstelle Hamme will Autobahnkirche werden. Doch noch fehlt die Unterstützung aus den anderen Kirchengemeinden. Alleine ist das Projekt kaum zu stemmen.

von Von Benedikt Reichel

, 24.05.2009, 17:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Autos sind kaum zu zählen. Unaufhörlich schiebt sich eine Blechlawine an der Epiphanias-Kirche vorbei. 90 000 Fahrzeuge täglich - allein auf der A 40. Hinzu kommen die Autos und Lkw auf der Dorstener Straße. Im schlichten Gebetsraum der Kirche ist davon kaum etwas zu merken. Der Verkehrslärm verflüchtigt sich zu einem fernen Brummen. Inmitten dieses Verkehrsknotenpunktes ist die evangelische Epiphanias-Kirche ein Ruhepunkt. Wie ein Bollwerk der Besinnlichkeit ragt sie mit ihrem fast 30 Meter hohen Turm zwischen den Straßen hervor. Ein Bollwerk, dass sich weit öffnen will - für alle, die tägliche daran vorbei fahren. Die Epiphanias-Kirche will die erste Autobahnkirche im Ruhrgebiet werden.Warum die Epiphanias-Kirche Autobahnkirche werden will

Drei Gründe führt Pfarrer Karl-Heinz Gehrt an:

  • die baulich interessante Kirche aus den 1920er Jahren soll etwas mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden,
  • den Reisenden soll ein Zugang zur Spiritualität der Kirche ermöglicht werden,
  • vor allem aber soll die Autobahnkirche ein Ort der Ruhe sein, an dem man abschalten kann, "und sich dem widmen, was im Tagesstress untergeht", so der Pfarrer.

Wenn möglich, soll das ehrgeizige Projekt bis zum Sommer 2010 realisiert werden. Von der Stadt gibt es bereits die inhaltliche Zustimmung und die Zusage Hinweisschilder aufzustellen. Doch die Gemeinde braucht mehr. Allein die nötigen Investitionskosten für die Renovierung der Toilettenanlage, das Herrichten der Außenanlage belaufen sich auf 70 000 Euro. Von den Betriebskosten ganz zu schweigen. Unterstützung fehlt noch Doch obwohl das Projekt als ökumenische Autobahnkirche angelegt ist, halten sich die übrigen Bochumer Kirchen mit Zusagen über finanzielle Hilfen zurück. "Die Gemeinde sagt, wir machen das nur, wenn wir auch die nötige Unterstützung bekommen", erklärt Pfarrer Gehrt. Es wäre die erste Autobahnkirche in einem Ballungsraum. Täglich würden mehr als 100 000 Pendler und Reisende an ihr vorbei fahren. "Wenn nur 0,1 Prozent anhalten, hätten wir schon einhundert Gäste am Tag", sagt der Gemeindepfarrer. Mehr als andere Kirchen entlang den bundesdeutschen Autobahnen.