Ein Riese erlebt wenig spannendes Abenteuer in Liliput

Theater Dortmund

Es muss ja nicht immer Mozarts "Zauberflöte" für Kinder sein. Eine neue Kinderoper ist wichtig, wenn die Theater den Besuchernachwuchs ernst nehmen wollen.

DORTMUND

, 21.05.2017, 18:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rosali, der König, Vaniliput, der Admiral und Besuffliput bestaunen Gulliver.

Rosali, der König, Vaniliput, der Admiral und Besuffliput bestaunen Gulliver.

Aber Komponist Gerald Resch tut den Kindern mit seiner Oper "Gullivers Reise" nicht wirklich einen Gefallen. Die Uraufführung des 80-minütigen Werks ging gestern über die große Bühne des Dortmunder Opernhauses. Ende des Jahres ist die Inszenierung von Marcelo Diaz in Duisburg zu sehen, danach im Theater Bonn.

Sprechgesang dominiert in Gullivers Reise ins Land der Liliputaner. Das ist auf Dauer etwas anstrengend zu hören, weil Melodien selten sind, obwohl die Musik farbig und oft tonmalerisch ist (Ingo Stadtmüller leitete die Dortmunder Philharmoniker). Um den Text verstehen zu können, helfen Übertitel.

Viel passiert nicht

Viel passiert nicht im Libretto von John von Düffel nach dem Buch von Jonathan Swift: Gulliver (Tenor Joshua Whitener) liegt in einer kleinen Muschel im Spielzeugland rechts am Bühnenrand (Bühne und sehr fantasievolle Kostüme: Tatjana Ivschina).

Aber wenn die pfiffige Vaniliput (toll gespielt von Almerija Delic) fast neben dem Riesen steht, werden die Größenunterschiede nicht mehr deutlich. Gut ist der Regieeinfall, die Szene, in der Gulliver die feindliche Schiffsflotte von den Liliputanern fernhält, als Video auf der großen Leinwand zu zeigen.

Nette Gags sind selten

Einige Gags hat die Oper: Tamara Weimerich ist ein nettes, kesses Prinzesschen Rosalila, die nur Interesse an Gullivers Rubinring hat. Der Opernchor ist ein Hühner-Hofdamenstaat, und Fritz Steinbacher wechselt als Finanzminister, Kammerherr und Mundschenk humorvoll die Sprachen. Aber die Komik trägt nicht 80 Minuten, und deshalb langweilen sich manche Zuschauer so wie Gulliver in der Liliput-Muschel.

Termine: 23./25./ 30. 5., 7. / 11. / 16. /  18. / 20. / 21. 6.; Karten): Tel. (0231) 502 72 22.

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