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Ein Rückblick auf fünf Jahre Goerden-Intendanz

Schauspielhaus

BOCHUM Zwischen Kritik und Begeisterung bewegte sich die Rezeption seiner Inszenierungen, fest steht: In den vergangenen fünf Jahren bekamen etliche junge Regisseure und Schauspieler ihre Chance unter Elmar Goerden. Zeit, eine Bilanz zu ziehen.

von Von Ronny von Wangenheim

, 25.06.2010 / Lesedauer: 3 min

Eine Kiste mit allen Programmheften hat die Dramaturgie Elmar Goerden geschenkt. 116 Stücke - da musste auch der Intendant staunen: Und sagt: "Die lange Zeit passt erinnerungsmäßig in keinen Koffer."

Wer durch das Abschiedsbuch blättert, staunt tatsächlich. Was war nicht alles zu sehen in den fünf Jahren. Mögen Goerden-Kritiker bemängeln, das Schauspielhaus würde seinen Ruf als eines der ersten Theater Deutschlands verlieren, so zeigt doch die Rückschau, wie viel gute Inszenierungen hier zu sehen waren. Und wie groß die Bandbreite zwischen Klassikern, Uraufführungen oder populären Programmen wie dem Cash-Abend war.

Ensemble

Viele Ansätze bieten sich, um Bilanz zu ziehen. Da sind die Schauspieler. Blutjung waren einige vor fünf Jahren. Inzwischen sind sie gereift, wurden von anderen Theatern umworben wie Christoph Pütthoff, Marc Oliver Schulze oder Claude de Demo. Andere Schauspieler wie Martin Rentzsch oder Maja Beckmann erhielten unter Goerden große Rollen - der Bochumer Theaterpreis war die Konsequenz. Aber auch vielen jungen Regisseuren öffnete Goerden den Weg in eine Karriere. Lisa Nielebock durchlief von einem kleinen Ovid-Abend über eine begeisterte gefeierte "Penthesilea" und "Gespenster" bis zu "Macbeth" eine rasante Entwicklung. Sie wird jetzt mit Anselm Weber zurückkehren. Aber auch Jorinde Dröse mit "Platonow" und "I hired a contract killer" gehört zu den erfolgreichen Regietalenten.

Boten-Abende

Daneben kam mit Dieter Giesing ein renommierter Regisseur immer wieder gern an die Königsallee. Unvergessen seine Strauß-Inszenierung "Zeit und Zimmer". Markus Dietz gehört zu den Regisseuren, die wie Goerden das überregionale Feuilleton nicht für sich begeistern können. Gut, dass dies die Bochumer anders sehen. Nicht nur Goerden hält "Trauer muss Elektra tragen" für eine der besten Arbeiten. Zuletzt zeigte Dietz mit "Eine Familie", was für ein tolles Ensemble Bochum hat.

An vieles mehr kann man erinnern. Die Boten-Abende, für die "alte" Bochumer wie Hannelore Hoger, Cornelia Froeboess oder Traugott Buhre kamen. Oder das K 15-Festival, für das Goerden immerhin Peter Sellars mit "Othello" Philipp Seymour Hoffmann nach Bochum lockte. Die Arbeit des Jungen Schauspielhauses braucht dagegen (noch) nicht ausgiebig gerühmt zu werden. Es bleibt.