Ein Stich kann Leben retten

WITTEN Eine lange Menschenschlange steht bis vor die Tür der Rudolf-Steiner-Schule. Menschen warten, um sich registrieren zu lassen und dann – im Fall des Falles – Knochenmark zu spenden, um damit Leben zu retten.

von Marcel Bülow

, 21.01.2008, 18:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei der Typisierungsaktion wurden Spender für die an Leukämie erkrankte Solveigh gesucht

Bei der Typisierungsaktion wurden Spender für die an Leukämie erkrankte Solveigh gesucht

und um ein Leben ging es gestern ganz besonders, um das der 26-jährigen Solveigh aus Sprockhövel. Sie ist an einer schweren Form der Leukämie erkrankt und wird, ohne eine Übertragung gesunder Stammzellen, an dieser Erkrankung sterben.

Die bisher rund 1,6 Millionen registrierten Spender in der Deutschen Knochenmarkspenderkartei helfen Solveigh nicht – sie sind zu verschieden. Denn für eine erfolgreiche Übertragung muss das Gewebe des Spenders nahezu identisch sein. Ein solcher „genetischer Zwilling“ ist für Solveigh bisher noch nicht registriert und wurde gestern gesucht.

„Wer kann das, ohne das es weh tut?“, ruft eine Spenderin zu den Ärzten, die mit Nadel und einer Fünf-Milliliter-Ampulle warten. Doch dann, wenn es wirklich darum geht möglicherweise ein Leben zu retten, nehmen alle den kleinen Stich in Kauf. Auch, wenn man eigentlich gekommen war, um über den Termin zu schreiben.

Vor der Blutentnahme erklären einem Freiwillige Helfer wie etwa Katharina Dölger, was es mit dem Spenden auf sich hat. „Wenn Sie tatsächlich als Spender in Frage kommen, könnte eine Operation nötig werden und dadurch Schmerzen entstehen.“ Das solle man sich bewusst machen und nur dann spenden, wenn man mit diesen Bedingungen auch wirklich einverstanden ist. „Die Typisierung, die wir mit Ihrer Blutprobe durchführen, kostet uns 50 Euro“. Geld, das aufgebracht werden muss.

In der ersten Stunde waren es bereits 50 Freiwillige, die sich haben registrieren lassen. „Seit Anfang an stehen die Leute Schlange. Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden“, erklärte Ellen Kattmann, die die Spendenaktion leitet.