Ein Tag für die ehemaligen Opelaner

Treffen im Stadtpark

Die Geschehnisse rund um Opel sind noch lange nicht verkraftet. Die Erinnerungen sind noch frisch und viele noch auf Arbeitssuche. Dennoch fanden sich am Samstag bereits mehrere Hundert ehemalige Opelaner an der Gastronomie im Stadtpark zusammen, um sich beim 1. ehemaligen Opelaner-Treffen auszutauschen.

BOCHUM

26.08.2015 / Lesedauer: 2 min
Ein Tag für die ehemaligen Opelaner

Norbert und Marcel Dombrowski (v.l.)

Auf dem Programm standen aber, wie Veranstalter Errol Faßbender betonte, keine Reden von Betriebsräten und Co. „Das Treffen soll ganz im Zeichen der Opelaner stehen.“ Den Menschen, die früher für Opel gearbeitet haben und die mit den Opelwerken Bochum einen wichtigen Teil ihres Lebens verloren haben.

Deshalb fühlte sich das Treffen für viele Anwesende auch etwas melancholisch an. „Das hier war eine schöne Idee, aber eigentlich unnötig“, sagt Marcel Dombrowski aus Bochum. Für ihn kam das Wiedersehen zu früh. Mit den meisten seiner Kollegen steht er eh noch in Kontakt. Er war viereinhalb Jahre lang bei Opel tätig, hat dort eine Ausbildung als Mechatroniker absolviert und gehörte zu denen, die das Werk als Letzte verließen.

Ein Stück Familiengeschichte

Vor ihm war Vater Norbert 37 Jahre lang Opelaner. Auch er ging im vergangenen Jahr. Doch auch der Großvater war Opelaner. Hier ging mit dem Opelwerk also auch ein Stückchen Familiengeschichte verloren.

Ähnlich ging es Bernhard Tebbe, Dirk Pamp und Norbert Ploetz. Sie waren gemeinsam zum Treffen erschienen, gehören ebenfalls zu denen, die die Lichter im Werk ausgehen sahen. Auch sie haben das Ende der Opel-Ära in Bochum noch nicht ganz verdaut. Aber sie genossen den Tag am Rande des Stadtparks, bei gekühlten Getränken und Livemusik, dennoch. Einige altbekannte Gesichter sah man dabei auch. „Und der Tag ist ja noch jung“, sagte Ploetz.

Und das war er gegen Nachmittag tatsächlich. Denn gefeiert wurde bis in die späten Abendstunden. Auch deshalb stand für Faßbender bereits während der laufenden Veranstaltung fest, dass es weitere Treffen dieser Art geben wird.

„Vielleicht jährlich“, sagt er. Das sei man den Menschen und dem unvergleichlichen Zusammenhalt, den diese bewiesen haben, schuldig – auch wenn dies für viele sicherlich immer noch nur ein sehr schwacher Trost ist.

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